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Selk

Kopfschuss: Katze Tinka sollte sterben

4. Mai 2010 | 06:17 Uhr | Von Sven Windmann

"Es sieht schlecht aus, aber sie ist tapfer und kämpft": Ein Unbekannter hat in Selk (Kreis Schleswig-Flensburg) mit einem Luftgewehr auf eine einjährige Katze geschossen.

Gerade einmal ein Jahr alt ist Tinka, die am vergangenen Sonntag von einem Unbekannten in den Kopf geschossen wurde. Ob sie die Tat überlebt, ist noch unklar. Foto: Privat

Tinkas Leben hängt am seidenen Faden. Ob die einjährige Katze überleben wird, stand gestern noch nicht fest. "Es sieht schlecht aus, aber sie ist tapfer und kämpft", sagt Dr. Kerstin Genz. Die Tierärztin aus Kropp hat Tinka zwei Stunden lang operiert und "alles versucht, um sie zu retten." Dabei war das Tier eigentlich kerngesund. Bis Sonntagnachmittag. Bis es von einem Unbekannten in Selk mit einem Luftgewehr in den Kopf geschossen wurde.

"Wir saßen Sonntagmittag auf der Terrasse, da kam Tinka plötzlich völlig blutüberströmt angelaufen", erzählt Katrina Fandrey. Was ihrer Katze unmittelbar zuvor angetan worden war, konnte die Familienmutter da noch nicht ahnen. Sie rief den Tiernotdienst an, der als erste Diagnose davon ausging, dass Tinka von einem Auto angefahren wurde. Dass dem nicht so war, stellten die Tierärzte erst am Montagmorgen fest, als die Katze endlich geröntgt werden konnte. "Ich war richtig sauer und entsetzt, als ich gesehen habe, dass sie angeschossen wurde", erzählt Kerstin Genz. Die Röntgenbilder hätten deutlich gemacht, dass Tinka aus unmittelbarer Nähe getroffen wurde. "Das sieht man am Schusskanal. Das Projektil hat sich durch den gesamten Schädel gebohrt - vom rechten Auge bis zum linken Kieferknochen. Die Katze hat Glück gehabt, dass nicht das Gehirn getroffen wurde."

Ein Auge hat Tinka auf jeden Fall verloren

Ob Tinka überleben wird, steht allerdings noch nicht fest. Noch liegt sie am Tropf, ist nicht bei Bewusstsein. Ein Auge hat sie auf jeden Fall verloren. "Der Täter hat definitiv in klarer Tötungsabsicht gehandelt", ist sich die Tierärztin sicher.

Katrina Fandrey ist indes fassungslos. Erst im vergangenen Herbst ist sie mit ihrer Familie nach Selk gezogen. Wer zu so einer brutalen Tat im Stande sein könnte, weiß sie nicht. Besonders geschockt ist auch Tochter Mia (6), der Tinka gehört. "Wir sind in Tränen ausgebrochen, als wir sie gesehen haben. Die Katze hat richtig geschrien, das war grausam", erzählt Katrina Fandrey. Ihre zweite Katze Carla hat seitdem erst einmal Hausarrest. Zu groß ist die Sorge der Familie, dass dem Tier etwas Ähnliches passieren könnte, wie der einjährigen Tinka. "Wir hoffen, dass sie es schafft und bald wieder nach Hause kommt", sagt Katrina Fandrey, die inzwischen die Polizei in Busdorf alarmiert und Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat. "Es kann nicht sein, dass hier jemand herumläuft, der einfach Katzen erschießt", sagt sie.

Deshalb hat die Familie eine Belohnung von 100 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des oder der Täter führen. Ein Wunsch, mit dem sie in Selk nicht alleine dasteht. Ein Nachbar, der namentlich nicht genannt werden möchte, aber auch Katzenbesitzer ist, schließt sich den Fandreys an - und erhöht die Belohnung um 400 auf nun 500 Euro. "So eine Tat soll nicht ungestraft bleiben", sagt er. Viele Selker werden ähnlich denken.

Hinweise an die Polizeistation Busdorf: 04621/32953

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