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Schleswig
Zehn-Jahres-Vertrag und mehr Geld für Stadtwerke-Chef
Der Aufsichtsrat der Schleswiger Stadtwerke will Geschäftsführer Wolfgang Schoofs für die nächsten zehn Jahre an das Unternehmen binden. Der neue Arbeitsvertrag soll zudem mit einer Gehaltserhöhung gekoppelt werden. Bis zum Jahr 2012 sollen Schoofs’ jährliche Bezüge in drei Schritten auf 245 000 Euro steigen. Derzeit erhält er 190 000 Euro. Mitte Mai will der Aufsichtsrat in nichtöffentlicher Sitzung über die Vertragsmodalitäten abschließend beraten.
Der Umfang der geplanten Gehaltssteigerung um insgesamt zirka 30 Prozent hat in der Kommunalpolitik für Diskussionen gesorgt. Insbesondere wurde die Frage aufgeworfen, ob die Höbe der Vergütung gerechtfertigt sei. Der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Felske (CDU) sagte dazu gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass man sich bei der Gehaltsermittlung an einer Studie der Unternehmensberatung Kienbaum orientiert habe. Im Auftrag des Aufsichtsrates habe Kienbaum die Aufgaben und die Entwicklung der Stadtwerke untersucht. Dabei habe die Unternehmensberatung festgestellt, dass für Schoofs angesichts seiner Verantwortung und seines Aufgabengebietes ein Jahressalär von bis zu 278 000 Euro angemessen sei. "Wolfgang Schoofs ist für uns unentbehrlich. Für den Aufsichtsrat ist entscheidend, ihn unbedingt in Schleswig zu halten", erklärte Felske. Der Stadtwerke-Umsatz habe sich unter Schoofs’ Leitung in den vergangenen sechs Jahren von 32 Millionen Euro auf 48 Millionen Euro erhöht. Das Unternehmen habe das Eigenkapital gestärkt und in die Infrastruktur der Stadt investiert, zum Beispiel in den Hafen. Der durchschnittliche Überschuss vor Steuern lag bei jährlich zwei Millionen Euro. In Schleswig-Holstein gebe es kaum vergleichbare Stadtwerke mit einem ähnlich breiten Aufgabenspektrum. So seien die Stadtwerke nicht nur für die Energie- und Wasserversorgung zuständig, sondern auch für die Schwimmhalle, die Umweltdienste und die Seniorenheime.
Außer Frage steht im elfköpfigen Aufsichtsrat der Stadtwerke, dass Geschäftsführer Schoofs "für seine sehr guten Leistungen auch ein sehr gutes Gehalt" zustehe. Wie gut, darüber wollten sich Aufsichtsratsmitglieder im Detail nicht öffentlich äußern. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke setzt sich zusammen aus vier CDU-, drei SPD- und zwei SSW-Ratsmitgliedern sowie einem Vertreter der Grünen. Dazu gehört außerdem ein Betriebsratsmitglied der Stadtwerke.
Frank Neubauer, der für die CDU den Aufsichtsratssitz inne hat, betonte gegenüber den SN: "Ich möchte Wolfgang Schoofs für die nächsten zehn Jahre in Schleswig halten. Er hat die Stadtwerke zu einem zukunftsorientierten Unternehmen ausgebaut, das hätten wir ohne ihn nicht geschafft."
Ähnlich eingeschätzt wird Schoofs’ Arbeitsleistung und die damit in Verbindung stehende Gehaltserhöhung von der SPD. Karsten Reimer, der darauf hinweist, dass bei den Schleswiger Stadtwerken im Vergleich zu anderen Städten ein sehr gutes Gehalt gezahlt wird, spricht sich für eine "sensible Anpassung" von Schoofs’ Gehalts" aus. Aber das liege allein in der Zuständigkeit des Aufsichtsrates, der darüber einen Beschluss fassen werde. SPD-Aufsichtsratsmitglied Sönke Büschenfeld ergänzte, dass Schoofs die Stadtwerke "fit gemacht hat für die Entregulierung der Märkte auf dem Energiesektor".
Bürgermeister Thorsten Dahl wollte keinen Kommentar zur Gehaltserhöhung des Stadtwerke-Geschäftsführers geben. "Ich bin als Bürgermeister nur Gastmitglied im Aufsichtsrat", er habe also keine Stimmberechtigung.
Wolfgang Schoofs hielt sich mit Äußerungen über seine Vertragsverhandlungen mit dem Aufsichtsrat zurück. Er sagte lediglich: "Ich habe Schleswig sehr schätzen gelernt und würde hier gern weiter arbeiten."
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