SCHLESWIGER NACHRICHTEN
US-Sprachtalent mit sozialer Ader
Schnarup-thumby. Andersen, Andresen und Anderson - diese Namen sind für Angeln typisch. Doch der in Schnarup-Thumby lebende David Anderson stammt aus den USA. Seit Mai 2001 wohnen die Andersons - zur Familie gehören die aus Sterup stammende Ehefrau Andrea (37) und den Söhne Jered (13) und Joshua (zehn) - in Schnarup-Thumby - dort fühlen sie sich wohl, dort haben sie Wurzeln geschlagen. Während David Anderson seine US- und Ehefrau Andrea ihre deutsche Staatsbürgerschaft behalten haben, besitzen ihre Söhne einen deutschen und einen amerikanischen Pass.
David Anderson kam 1963 im US-Staat Michigan in Almont nahe Detroit zur Welt. Sein 1861 in Kopenhagen geborener Ururgroßvater wanderte 1880 in die Vereinigten Staaten aus, machte in Michigan als Farmer seinen Weg, heiratete eine Amerikanerin.
Des Auswanderers Ururenkel David studierte nach der Highschool Psychologie, war dann als Sozialarbeiter tätig. 1980 schloss er sich der Pfingstbewegung an. 1989 reiste er mit jungen Leuten nach Deutschland. "Ich war der einzige, der Deutsch sprechen konnte, das hatte ich in der Schule gelernt". Während dieses Aufenthaltes besuchte er ein Bibel-Seminar, begann mit dem Studium in Belgien, absolvierte in Berlin ein Praktikum, besuchte eine Bibelschule bei Darmstadt. Im Januar 1995 folgte die die Ordination zum Pastor in der Pfingstbewegung. Da ergab es sich, dass die Eckernförder Pfingstgemeinde einen Pastor suchte - Anderson folgte dem Ruf und lernte Andrea Koberg kennen, die sich 1993 ebenfalls der Pfingstbewegung angeschlossen hatte. Geheiratet wurde im September 1995.
Weil sich die Pfingstgemeinden ausschließlich durch Spenden der Mitglieder finanzieren und von diesem Geld ihren Pastor bezahlen, wurde es knapp - Anderson kehrte zurück in den Beruf des Sozialarbeiters. 1998 wurde eine Pfarrstelle in Rendsburg frei. Dort war David Andersen als Co-Pastor bis 2000 tätig, kehrte dann zurück in die Sozialarbeit, ist seit 2001 bei der "Brücke" in Flensburg tätig. Parallel dazu übernimmt er seelsorgerische Vertretungen in der Pfingstgemeinde Itzehoe.
Für Anderson, der neben Englisch, auch Französisch, Dänisch, Spanisch, Hoch- und Plattdeutsch spricht, steht fest, dass, würde ihm eine Stelle als Pastor in einer Pfingstgemeinde angeboten werden, er diese zwar annähme, aber parallel dazu weiter als Sozialarbeiter tätig sein wird: "Diese Arbeit ist mir wichtig, da bin ich dran am Alltag der Menschen." Pastor einerseits und Sozialarbeiter andererseits, das ist für ihn mehr als Beruf, das ist Berufung.
Zusammen mit seiner Frau Andrea, die seit 2005 den Südangler Gospelchor "Voices" des CVJM, seit Oktober 2009 den Gospelchor Steinbergkirche sowie seit 2006 den Kinderchor der Grundschule Steinfeld leitet, trifft sich David Anderson gerne mit Freunden, um über "Gott und die Welt" zu sprechen. Nein, Heimweh nach den USA hat der Amerikaner nicht, denn auch seine Freizeit ist ausgefüllt: ehrenamtlicher Leiter bei den "Royal Rangers", einer christlichen Pfadfinderorganisation, einst aktiver Spieler, seit drei Jahren Baseball-Schiedsrichter für Schleswig-Holstein, beim Amtsgericht Schleswig ehrenamtlich engagiert für gesetzliche Betreuungen und außerdem, wenn dann noch Zeit ist: Bogenschießen und Laufen.
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