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Kropp

Wo Fledermäuse gerne überwintern

6. Februar 2010 | Von gu


Fransenfledermäuse auf Beutezug. Foto: nabu

Das Munitionsdepot in Kropp, wo vor einigen Jahren noch die Materialien für den Verteidigungsfall lagerten, ist zum Mekka einer besonderen Spezies geworden: Die jährliche Zählung der Fledermäuse hat es an den Tag gebracht. Die Unterkünfte im Wisentpark und im angrenzenden Gemeindebunker werden bei den Tieren immer beliebter, so dass sich der Ort landesweit auf den dritten Platz der Überwinterungsquartiere schiebt. Fledermäuse lebten schon vor mehr als 50 Millionen Jahren auf der Erde und gehören zur Gruppe der Säugetiere. Es gibt rund 950 Arten weltweit, aber nur 23 in Deutschland.

618 Exemplare wurden in Kropp von Volker Kubisch und Sönke Behrends, den Quartierbetreuern von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz, unter Leitung von Matthias Göttsche, Landesbeauftragter für Fledermausschutz in Schleswig-Holstein, gezählt. Das entspricht einer Steigerung von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nur der Brauereikeller in Schleswig mit 2500 Fledermäusen und der Kalkberg in Bad Segeberg mit mehr als 20 000 Tieren beherbergen mehr Wintergäste.

Fünf Arten wurden in Kropp entdeckt, davon sind die Wasserfledermaus und die Fransenfledermaus am häufigsten vertreten. "Die deutliche Steigerung geht auf die Verbesserung der Versteck-Strukturen zurück", erklärte Göttsche. So wurden die ersten zehn Quartiere mit zusätzlichen Kästen, Hohlblocksteinen und Lichtplatten ausgestattet, um möglichst zahlreiche Spaltenplätze für die Fledermäuse zu schaffen.

Wichtig sind außerdem Frostfreiheit, ausreichende Raumfeuchtigkeit und eine Vielzahl von Spalten, in denen sich die Tiere während ihrer Schlafphase sicher fühlen. Im laufenden Jahr würden weitere 40 Bunker fledermausgerecht ausgebaut, berichtet Hildegard Widowski vom Verein Weidelandschaften, so dass sich die Übernachtungszahlen in den Folgejahren weiter deutlich erhöhen werden.

Die Wasserfledermaus: Oberseite mittel- bis dunkelbraun; Unterseite grau-weißlich, schwach gelbbräunlich getönt. Große Füße mit auffallender Borstenbehaarung, sieben bis 15 Gramm schwer. Wochenstuben vorwiegend in Baumhöhlen, seltener in Bauwerken.

Die Fransenfledermaus wird auch Waldfledermaus genannt und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Mittelgroß (fünf bis zwölf Gramm), Oberseite hell, graubräunlich, Unterseite fast reinweiß. Ohr relativ lang, durchschimmernd rötlich-braun und am Ende leicht nach außen gewölbt. Meidet im Sommer zentrale Stadtlagen, kann aber in dieser Zeit durchaus in Dörfern leben und in Randlagen wie in Gärten Park und auf Friedhöfen jagen.

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