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Kinderbuch "op platt"

Plattdeutsch im Kindergarten

22. Februar 2012 | 03:20 Uhr | Von Annemarie Jensen

Die Figuren aus dem Kinderbuch ließ Edith Hansen (li.) als Puppen auferstehen, die Plattdeutsch wunderbar vermitteln können, neben ihr Autorin Dr. Annemarie Jensen. Foto: dewanger

Erzieherin Edith Hansen übersetzte ihr liebstes Kinderbuch "op platt" - und gibt die Mundart spielerisch an Kinder weiter

Havetoft. Plattdeutsch im Kindergarten - ein anspruchsvolles Vorhaben, den vom Aussterben bedrohten heimischen Dialekt an die nächste Generation weiter zu geben. Die Erzieherin Edith Hansen hat diesen Weg gewählt. Dr. Annemarie Jensen, Plattdeutsch-Kolumnistin unserer Zeitung und Buchautorin lernte auf dem von ihr initiierten "Plattdeutschen Stammtisch" Edith Hansen kennen. Bei einem Besuch informierte sich Annemarie Jensen über die Plattdeutsch-Arbeit im Kindergarten - für diesen Bericht.

"Feuerschuh und Windsandale" vun Ursula Wölfel, 1961 in de Thienemannverlag rutbröcht, dat weer vun Anfang an Edith Hansen ehr leefste Kinnerbook. Al as Deern hett Edith Hansen dat Book kennenlehrt un sik dorto freut, dat de lütte Jung op de Tour mit sien Vadder soveel Tovertruun to sik selvst kregen hett. Se keem vun dat Book gor nich wedder los. In ehr Achterkopp hett immer de Idee arbeidt, dat dat Book sik doch uk gut op Plattdüütsch vertellen laten müsste. Plattdüütsch is Edith Hansen ehr Mudderspraak.

As se, Johrgang 1958, Kind weer, dor wurr in de Familie un in’t ganze Dörp natürlich Plattdüütsch snackt. Mit söven Geschwisters is se midden in Angeln, en Stück butendörps, opwussen. Eerst as se to School keem, hett se Hoochdüütsch snacken lehrt. Op de Fraag, ob dat denn swoor weer, seggt se: "Nee, dat nich. Ik bin uk gut mit langs kamen in de School. Aver snacken mag ik immer noch am leefsten Plattdüütsch." Dat gloovt man ehr uk miteens. Denn Edith Hansen ehr Spraak klingt so echt, ruhig un seker, as een dat gor nich mehr öft to hören kriggt. De besünnere angeliter Utspraak vun "g" un "l" (dor warrt sunst geern en beten Narrn na dreven) hett se sik nich aflehren laten, un uk ole, echte plattdüütsche Wöör sitten ehr noch ganz vörn in’e Kopp. Bi ehr Arbeit in de Kinnergoorn in Havetoft snackt Edith Hansen mit de Kinner in ehr Grupp de ganze Dag plattdüütsch. Dat is eenfach en Freud, dorbi mal totokieken.

Vör wecke Johren hett Edith Hansen ehr Droom wohr maakt, un ehr leefste Kinnerbook in’t Plattdüütsche översett. Nu heet dat "Füerschoh un Suuspantüffel". Natürlich musste se dorto eerstmal Verlööf hebben vun de Autorin Ursula Wölfel. Dat ging, as dat öft bi’t Plattdüütsche is, ganz eenfach. Vun Ursula Wölfel, de för dat Book immerhen en Literaturpries kregen hett, hett Edith Hansen de kostenlose Lizenz to’t Översetten kregen. De 90-jährige Autorin kann selvst keen Platt, aver ganz deep in ehr Hart hett immer seten, dat ehr Vadder ehr öft "mien klene Söte" nöömt hett. De poor plattdüütsche Wöör hebben noch na vele Johrteihnten en Döör opmaakt. So hebben wi nu en feine plattdüütsche Kinnerbook, dat man uk as utwussen Mensch geern lesen mag. Dat aller schöönste is denn aver noch, wenn Edith Hansen de Geschichte vun dat swatte Schaap ut dat Book op en lütte Bühn vörspelen deit mit Figuren, de se selvst maakt hett, un, wenn se dorbi ehr schöne angeliter Platt snackt.

Dat Book: Dat geiht in dat Book um de lütte Tim, en Jung vun meist söven Johr. Sien Öllern, arme Schoosterslüüd, hebben em ganz dull leef. Uk de anner utwussen Lüüd mögen Tim geern. He is immer fründlich un freut sik, wenn he helpen dörf. Besünners anstellig is he bi de Arbeit vun de Marktfruuns.

Anners as mit de utwussen Lüüd is dat mit de Kinner. De ärgern em, lachen över em un laten em nich mehr mitspelen. Se seggen "Pummel" oder "Tünn" to em, denn he is man lütt un veel to dick. De Kinner gahn so böös mit Tim um, dat he sik blots noch wünscht, dat he nich mehr Tim sien mutt.

Dat seggt he uk ganz verschaamt to sien Öllern. De Öllern hebben to Tim sien sövente Geburtsdag en feine Idee: Vadder un Tim gahen tofoots in de grote wiede Welt un beleven en ganze Reeg Aventüers. Anfangen deit de Reis mit niee Naams för Vadder un Söhn. Tim heet nu "Füerschoh" un Vadder is "Suuspantüffel". Op siss Tour hebben de beiden dat vergnöögt mitenanner, aver se möten uk Moot opbringen un gegen Ärger un Gefohren angahn. Tim warrt dorbi immer stärker un krötiger, un an’t Enn kann he gut dormit torecht, dat he immer noch de lütte runne Tim is. He hett, so as he is, soveel Feines beleevt, dat he gor nich mehr bang is för wat de anner Kinner to em seggen doon.


 

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