SCHLESWIGER NACHRICHTEN
"Ich bin immer gern zur Schule gefahren"
Schaalby. Ulrich Brüggemeier, unser Schulleiter der Boy-Lornsen-Grundschule in Schaalby, geht in den wohlverdienten Ruhestand. Wir, die "Zisch"-Reporter der Schule, haben uns ein paar Fragen überlegt, um einige Dinge aus seinem Lehrerleben und aus seinem Privatleben zu erfahren. In einem Interview hat er uns sehr viel verraten.
Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?
Anfangs wollte ich Lehrer werden wie mein Klassenlehrer der ersten Klasse, dann Pastor, schon vor meinem Abitur stand der Lehrerberuf dann aber fest.
Seit wie vielen Jahren sind Sie Lehrer?
Seit Sommer 1972, also fast 40 Jahre lang.
Seit wann sind Sie Schulleiter an der Boy-Lornsen-Grundschule?
Seit dem 1. Februar 1987, also seit 25 Jahren.
Was gefiel Ihnen am Besten, als Sie an unserer Schule Schulleiter waren?
Alle an Schule Beteiligten, also Eltern, Lehrkräfte, Mitarbeiter und Schulträger, haben mir vertraut, haben mich arbeiten lassen. Neuen Ideen gegenüber habe ich immer aufgeschlossene Menschen um mich herum gehabt. Kurzum: Ich bin eigentlich jeden Tag gerne zur Schule gefahren.
Haben Sie lieber jüngere oder ältere Schüler unterrichtet?
In Kropp habe ich fast nur im weiterführenden Bereich unterrichtet. Das hat mir viel Spaß gemacht. In Schaalby waren es nur die Jahrgänge 1 bis 4 und die Vorklasse. Auch das hat mir viel Spaß bereitet, man sieht viel mehr die Lernerfolge der Kinder. Außerdem zeigen die Kinder noch mehr Lerneifer.
Welche Fächer unterrichten Sie am liebsten?
Studiert habe ich Deutsch und Erdkunde, mein Neigungsfach war schon immer der gesamte sportliche Bereich sowie Wirtschaft/Politik. Entsprechend wurde ich an der großen Kropper Schule auch eingesetzt. An der doch relativ kleinen Schule in Schaalby muss jede Lehrkraft im Zweifelsfalle fast jedes Fach unterrichten. Aber wir legen schon auch wert darauf, dass jede Lehrkraft in seinen Neigungsfächern in der Hauptsache eingesetzt wird. In den letzten Jahren ist das Fach Mathematik dazu gekommen.
Hatten Sie Lieblingsschüler?
Nein, aber sicherlich liegt einem der eine oder andere Typ Mensch eher als der andere. Jede Lehrkraft ist aber in der Regel so professionell, dass es unser Auftrag ist, diese Problematik im Hinterkopf zu haben und sich deshalb besonders auch mit denjenigen zu befassen, die einem eher anstrengend vorkommen. Im Übrigen muss sich wohl jeder Mensch im Klaren sein, dass es meistens eine Wechselwirkung gibt. Im Augenblick kann ich nur von einer Lieblingsklasse sprechen, das ist die dritte Klasse, in der ich jetzt im dritten Jahr Mathe unterrichte.
Wird Ihnen die Schule fehlen?
Anfangs sicher, ich muss aber lernen, dass alles seine Zeit hat. In den letzten Jahrzehnten war es die tägliche Arbeit in der Schule. Ich hoffe aber, dass ich dank meiner Hobbys darüber hinweg komme. Außerdem lese ich täglich Zeitung, in Zukunft sicherlich auch noch aufmerksamer, da ich ja morgens jetzt auch Zeit dazu habe.
Was planen Sie für Ihre weitere Zukunft?
Neben meinem großen Hobby Kommunalpolitik werde ich sicher eher mal ein paar Wochen ortsabwesend sein, sprich Reisen. Außerdem wird von mir erwartet, dass ich mich auch zu Hause mehr in die tägliche Arbeit mit einbringe.
Wohin möchten Sie gerne verreisen?
Ganz klar: eher mal ans Mittelmeer, weil Sonne, Sand und Meer schon immer einen besonderen Reiz für mich hatten. Ich werde aber hoffentlich auch Zeit finden, andere Länder kennen zu lernen.
Haben Sie einen Traum, den Sie sich im Ruhestand erfüllen wollen?
Von Traum will ich nicht sprechen, aber ich wünsche mir für die Zukunft, dass ich noch viele Jahre gesund und im Kreise meiner Familie lebe. Ich wünsche mir Nachbarn und Freunde, mit denen ich mich regelmäßiger als bisher austauschen kann. Und für uns alle wünsche ich mir, dass sich möglichst viele Menschen darin einig sind, dass man in schwierigen Zeiten miteinander sprechen sollte. Dann haben wir Frieden, den sich eigentlich alle Menschen wünschen.
Das alles hat uns Ulrich Brüggemeier verraten. Er ist ein sehr sympathischer und freundlicher Mann. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute, Gesundheit und viel Spaß in seiner Freizeit!
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