SCHLESWIGER NACHRICHTEN

 

"Widerstand aus Flensburg"

Für Schleswiger Krankenhaus-Neubau

15. März 2011 | 00:10 Uhr | Von oje

Schleswig. Der FDP-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Carsten Peter Brodersen war bemüht, den Auftritt von Landessozialminister Heiner Garg auf einer FDP-Veranstaltung als historischen Moment für das neue Schleswiger Krankenhaus darzustellen. "Heute Abend haben Sie es zuerst gehört", sagte er den rund 50 Gästen im Schleswiger Hotel "Hohenzollern".

Dabei hatte Garg lediglich wiederholt, was Kreispolitiker schon Mitte Februar übereinstimmend mitgeteilt hatten: Die "Beteiligtenrunde" im Sozialministerium wird in zwei Wochen aller Vor aussicht nach grünes Licht geben. Dabei geht es um einen 50-Millionen-Euro-Beitrag des Landes für das Bauvorhaben der Damp Holding, die selbst 33 Millionen Euro beisteuern will.

Die eigentliche Nachricht lag in einer Nebenbemerkung des liberalen Ministers. Er erklärte, warum sich die Entscheidung in den vergangenen Monaten immer wieder verzögert hatte: "In Flensburg betrachtet man den Neubau des Martin-Luther-Krankenhauses mit Argwohn." Garg bestätigte damit erstmals öffentlich, was bislang nur hinter vorgehaltener Hand ventiliert wurde. In der "Beteiligtenrunde" stimmen die Kommunalverbände, die Krankenkassen und die Krankenhaus-Betreiber den Bedarf an Krankenhäusern im Land ab. Dieser Abstimmungsprozess soll Doppelstrukturen verhindern.

Nach Gargs Darstellung versuchten Vertreter der Stadt Flensburg über diese Runde, die Pläne für den Schleswiger Neubau auszubremsen oder zumindest die Zahl der geplanten Betten gering zu halten. Sie wollten nicht, dass Patienten aus den beiden Flensburger Krankenhäusern nach Schleswig abwandern.

Der Minister sagte dazu: "Mein Haus und ich persönlich haben die klare Auffassung, dass das Schleswiger Krankenhaus mit 350 Betten für 16 000 Patienten im Jahr absolut notwendig ist." Wenn es nach ihm allein gegangen wäre, wäre die Entscheidung für den Klinik-Neubau schon im November gefallen, sagte Garg. Er sei sich sicher, dass es angesichts der zunehmend alternden Bevölkerung "genug Knie- und Hüftoperationen für Schleswig und Flensburg geben wird".

Die "Beteiligtenrunde" tagt am 28. März ab 9.30 Uhr im Sozialministerium.


 

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