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Die Dom-Orgel ist abgebaut
Die Berliner Orgelbauer Ansgar Gaulke (li.) und Pascal Speier hoben gestern den alten Spieltisch der Schleswiger Marcussen-Orgel aus der Verankerung. Foto: Jensen
Schleswig. Am 23. Mai 2010 - das ist Pfingstsonntag - soll sie wieder erklingen, und zwar schöner denn je. Die Marcussen-Orgel im Schleswiger Dom wird saniert, und dabei bleibt keine Pfeife neben der anderen. Gestern demontierten zwei Mitarbeiter der Berliner Orgelwerkstatt Karl Schuke den Spieltisch, an dem Domkantor Rainer Selle am vergangenen Sonntag zum letzten Mal die Tasten betätigte und in die Pedale trat - in gebückter Haltung, denn der alte Tisch ist ausgesprochen niedrig und für Organisten von durchschnittlicher Körpergröße eher unbequem. Außerdem hakten die Registerknöpfe beim Herausziehen oft.
Der neue Spieltisch soll kurz vor Weihnachten eintreffen. Mit einem Seilzug wird er dann auf die Empore gehoben. Die großen Pfeifen auf der Orgelempore müssen eigens angehoben werden, damit der Tisch an seinen Platz passt.
Die Marcussen-Orgel mit ihren 51 klingenden Stimmen und drei Manualen ist 46 Jahre alt. Das Gehäuse aus dem Jahr 1701 ist teilweise von Schimmel befallen. Nach der Sanierung sollen die Pfeifen weiter auseinander stehen als jetzt. Rainer Selle erhofft sich davon nicht nur einen volleren Klang, sondern auch eine bessere Stimmbarkeit. Zu den bereits jetzt 3500 Pfeifen kommen weitere 1000 hinzu. Die vorhandenen Pfeifen werden überwiegend vor Ort gereinigt. 300 kleine Pfeifen nehmen die Orgelbauer mit in ihre Berliner Werkstatt. Die zweitägigen Abbauarbeiten sind gestern Abend zu Ende gegangen. Die nächsten Arbeitsschritte im Dom sind für Anfang Oktober geplant.
Die Sanierung kostet rund 410 000 Euro. Das Geld hat die Domgemeinde noch nicht komplett beisammen. Die letzten 140 000 Euro sollen über Patenschaften für jede einzelne der neuen Pfeifen hereinkommen. Eine Patenschaft kostet zwischen 30 und 600 Euro - je nach Größe der gewählten Pfeife. Für 100 der 1000 Pfeifen haben sich bereits Paten gefunden. Alle Paten werden auf einer Sponsorentafel verewigt und zu einem Sonderkonzert mit der neuen Orgel eingeladen.
Die nächsten acht Monate aber muss die Domgemeinde ohne ihre Marcussen-Orgel auskommen. In dieser Zeit werden die Kirchenchöre in den Gottesdiensten wesentlich häufiger auftreten als sonst.
. Spendenkonto: Nospa, Konto-Nr. 12 1234 272, BLZ 217 500 00
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