SCHLESWIGER NACHRICHTEN
Diamantenes Paar ist kernig und gesund
Stolk. Morgen geben die Eheleute Inge und Kurt Broer in ihrem Haus "Achter de School" einen Empfang, und an einem anderen Tag laden sie ihre Familie, Freunde und Nachbarn nach einer kirchlichen Zeremonie in die Gastwirtschaft zum Feiern ein. Anlass ist ihre Heirat morgen vor 60 Jahren - Grund genug für einen Rückblick: Kurt Broer ist 1931 in Süderschmedeby geboren aber bereits ein Jahr später zog seine Familie nach Stolk, so dass er heute als Stolker "Urgestein" gilt. In seiner Freizeit fuhr der gelernte Autoschlosser Fische vom Lürschauer See zu dessen Pächter Trechten nach Süderfahrenstedt. Bei Trechten arbeitete die ein Jahr ältere Ingrid Großmann - aus der ersten Begegnung wurde schließlich eine lebenslange Bindung.
Die junge Frau war gegen Kriegsende nach vierwöchiger Odyssee mit einem Treck aus dem Kreis Saazig (Hinterpommern) in Süderfahrenstedt gelandet, wo sie zunächst mit fünf Angehörigen in einer Stube der Gastwirtschaft einquartiert wurde. Später fand sie Unterkunft in Wellspang. Bei den immer abwechselnd in den Gastwirtschaften von Bök lund und Wellspang stattfindenen Tanzeranstaltungen, entwickelte sie allmählich Zuneigung zum Stolker Kurt Broer, der seine Erinnerung so zusammenfasst: "Dat weer een dulle Tied dormols."
Nach der Hochzeit wurde Broer Fernfahrer, aber mit dem Bau ihres Eigenheimes 1960 schulte er um und wurde Erzieher im Landesjugendheim Paulihof, wo er bis zur Rente die berufsbegleitende Ausbildung seiner "Zöglinge" übernahm.
Als damals Frischvermählte traten beide dem Schützenverein bei, dem Kurt Broer von 1970 bis 1986 als Kapitän vorstand. In den Gemeinderat wurde er von 1982 bis 1998 gewählt und er gehörte verschiedenen Ausschüssen an. Inge Broer nutzt bis heute die Angebote des DRK-Ortsvereins.
Die Jubilare haben drei Söhne und sieben Enkel. Beide freuen sich darüber, sie noch immer "kernig" und von großen gesundheitlichen Problemen verschont geblieben sind. Ihr größtes Hobby daher: das Reisen.
Ein großes Lob erhielt die Jubilarin von Bürgermeister Heiner Paulsen: "Inge, du hest di siet ju’s Goldene överhaupt nich verännert." "Dank mien Pleeg", ulkte ihr Mann sogleich hinterher.
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