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2012 wird das Jahr der Großprojekte

02. Januar 2012 | 06:50 Uhr | Von Dirk Jennert

Theater-Neubau: 20 Millionen Euro.

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Gesundheits-Therme, Theater, Feuerwehr, Krankenhaus - welche Weichenstellungen haben die Schleswiger zu erwarten?

Schleswig. Würde jeder Schleswiger der Stadt 5375 Euro schenken, hätte der Kämmerer aktuell so gut wie keine Sorgen mehr: Auf der Freiheit würde eine Gesundheits-Therme entstehen (20 Millionen Euro), am Lollfuß ein neues Theater (auch 20 Millionen Euro), am Schleihallenparkplatz könnte sich die Feuerwehr über ein neues zentrales Gerätehaus freuen (fünf Millionen Euro) und auf dem jetzigen Fachklinikgelände am Stadtfeld würde man unmittelbar nach dem Ende der Frostperiode mit dem Bau eines neuen Krankenhauses beginnen (83 Millionen Euro). Mit insgesamt 128 Millionen Euro sind die vier Großprojekte veranschlagt, die die Stadt Schleswig voranbringen sollen. In diesem Jahr wird sich entscheiden, was davon verwirklicht werden kann.

Die beste Realisierungschance hat das teuerste Projekt: Für den Neubau des Krankenhauses haben die Politiker auf Stadt- und Landesebene die erforderlichen Pflöcke eingeschlagen. In diesem Jahr sollen die Baupläne ausgearbeitet werden. Das Land will in seinen Etat für Jahr 2013 die Summe von 50 Millionen Euro einstellen, 33 Millionen Euro sollen von der Damp-Gruppe kommen. Jene wurde im vergangenen Herbst vom Helios-Konzern übernommen. Doch Befürchtungen, dass der neue Eigentümer die Neubaupläne stoppen könnte, haben sich bislang nicht bestätigt. Im Gegenteil. Dr. Francesco De Meo, Vorsitzender der Geschäftsführung der Helios-Kliniken, gab bei einem Besuch in Schleswig ein Votum für das Projekt ab.

Im Gegensatz zum Krankenhaus ist die weitere Entwicklung in Sachen Therme, Theater und Feuerwehr-Gerätehaus unklar. Bei der Therme kommt es für die Befürworter jetzt darauf an, zügig belastbare Verträge über den Bau eines Hotels im neuen Stadtteil auf der Freiheit vorzulegen - davon macht das Land abhängig, ob es die Therme mit EU-Hilfe fördern will. Denn dem Projekt läuft nach siebenjähriger Debatte die Zeit davon. Mit Ablauf des Jahres 2012 endet das EU-Konversionsprogramm, das den Investitionstopf der Therme mit bis zu 9,8 Millionen Euro füllen soll. Insider gehen davon aus, dass bis April Klarheit herrscht.

Beim Theater ist es umgekehrt. Rasche Entscheidungen dürften nicht fallen. Zwar hat die Ratsversammlung im November beschlossen, bis zu fünf Millionen Euro für eine Sanierung des einsturzgefährdeten Stadttheaters oder für einen Neubau zur Verfügung zu stellen. Der favorisierte Neubau wäre mit diesem städtischen Beitrag jedoch erst zu 25 Prozent finanziert. Der Löwenanteil müsste vom Land kommen, und hier sind vor der Landtagswahl am 6. Mai keine verbindlichen Entscheidungen zu erwarten, allenfalls unverbindliche Absichtserklärungen.

Sorgenkind bleibt das neue Feuerwehr-Gerätehaus. 40 000 Euro an Vorplanungskosten hat der Rat in den Etat eingestellt. Mit einem Votum für oder gegen das Projekt wird nicht vor Ende des Jahres gerechnet - dies hängt auch davon ab, welche Lasten die Stadt bei der Theme und beim Theater schultern muss.


 

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