LANDESZEITUNG
Brandanschlag: T-Stube in Flammen
Einsatz im Stadtpark: Offenbar legten Brandstifter das Feuer in der Rendsburger T-Stube. Fotos: Schönstedt
Rendsburg. "Das ist ein bedrohliches Anzeichen für das Erstarken der rechten Szene", sagt die Antifaschistische Aktion Rendsburg (AARD). Für sie gibt es keine Zweifel, wer hinter dem gestrigen Brandanschlag auf die T-Stube steckt. Bislang hätten sich die Rechten in Rendsburg mit Pöbeleien und Hakenkreuz-Schmierereien zufriedengegeben. "Nun hat die rechte Gewalt aber offenbar eine neue Intensität erreicht."
Als die Feuerwehr gegen 10 Uhr bei der T-Stube im Stadtpark eintraf, gab es nicht mehr viel zu retten: Der gesamte Raum war bereits ausgebrannt. Verletzt wurde jedoch niemand, da der Links-Alternative-Treff zum Zeitpunkt des Brands noch geschlossen war. Glücklicherweise griff das Feuer auch nicht auf das restliche Gebäude über. "Dem Brand ist scheinbar der Nährstoff ausgegangen. Als wir eintrafen, waren nur noch kleine Flammen zu löschen", berichtete Wehrführer Gerrit Hilburger von der Freiwilligen Feuerwehr, die mit 25 Einsatzkräften vor Ort war.
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, wollte zur Ursache aber keine Stellung nehmen. Erst heute sollen Spezialisten die Brandstelle inspizieren. "Wir ermitteln in alle Richtungen", teilte eine Sprecherin lediglich mit.
Offiziell wollte zwar niemand bestätigen, dass es sich um einen Brandanschlag handelte. Doch für mehrere Feuerwehrleute stand nach dem Einsatz fest, dass ein technischer Defekt nicht in Frage kommt. Denn die Flammen waren offensichtlich am frühen Morgen zeitgleich an mehreren Stellen entfacht worden. Diese Einschätzungen decken sich mit den Aussagen der T-Stuben-Betreiber. "Das Feuer ist an zwei Stellen entfacht worden", heißt es in einer Stellungnahme. Außerdem seien zwei Computer gestohlen worden. Wann die T-Stube wieder eröffnet werden kann, ist noch unklar.
Die AARD sieht hinter dem Anschlag eine gezielte Aktion. "Erst im vergangenen Monat war die Renovierung der T-Stube abgeschlossen worden. Eine große Zahl junger Menschen hat da viel Zeit, Geld, Energie und Schweiß hineingesteckt", sagten Mitglieder der Antifaschistischen Aktion. Um ihrem Ärger Luft zu machen, organisierte die AARD gestern noch eine spontane Demonstration. Gegen 19.30 Uhr setzte sich der Zug mit etwa 100 Personen auf dem Theatervorplatz in Bewegung, um gegen "Nazigewalt und Nazistrukturen in Rendsburg" zu protestieren.
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