LANDESZEITUNG

 

Messe infiziert Besucher mit dem Musikvirus

1. Februar 2010 | Von Reinhard Frank


Weltklasse-Schlagzeuger: André Hilgers gehörte zu den Künstlern, die auf der Musikmesse in der Altstadtpassage Instrumente vorführten. Foto: Frank

"Messe, Messe" - viele kleine Hinweispfeile führten am letzten Januar-Wochenende in Rendsburgs Innenstadt. Genauer gesagt: In die Altstadtpassage zur Musikmesse.

Vor zehn Jahren begann an einem langen Sonnabend die Erfolgsgeschichte in Ralf Dreeßens Musikmarkt in der oberen Etage. Seit drei Jahren werden das ganze Wochenende und das gesamte Gebäude belegt, um die vielen Interessenten ohne allzu großes Gedrängel zu beraten und zu bedienen. Neuheiten, Show-Bühne und Live-Musik prägen diese Veranstaltung, die wieder Tausende von Besuchern anzog.

Dabei geht es mit viel Spaß und noch mehr Lautstärke zur Sache. Zum Beispiel mit dem Weltklasse-Schlagzeuger André Hilgers. Versteckt hinter einem riesigen Schlagzeug, zwischen zwei übermannshohen Lautsprechertürmen, brachte er die Altstadtpassage zum Beben. Schon draußen vor der Tür auf dem Altstädter Markt spürte man den satten Sound der tiefen Bässe. Drinnen bebte der ganze Körper mit. Knallhart und präzise der Sound, virtuos und voller Kraft schlug André Hilgers zu. Verstärktes Schlagzeug, absolute Profi-Technik, Sound von Profimixer ausgesteuert: Dem konnte man sich nicht entziehen.

Interessante Rolle

der Elektronik


Doch nicht nur der Schlagzeuger spielte eine Hauptrolle im Programm der Musikmesse. Das Angebot war umfangreich: Preisgünstig konnte man seine Gitarre neu besaiten lassen, Neuheiten ausprobieren und Sonderangebote gleich mit nach Hause nehmen. Schwierig war es nur, sich aus dem riesigen Angebot von Gitarren oder Schlagzeugen mit allen Formen, Farben und Bauarten zu entscheiden. Aber man konnte ja probieren: Interessant dabei die Rolle der Elektronik. Ohne wäre Pop- und Rock-Musik undenkbar, weil nicht laut genug.

Aber es geht auch anders: Knapp 1000 Euro kostet ein elektronisches Schlagzeug, bei dem der Sound verstärkt und nur über Kopfhörer wiedergegeben wird. Im gleichen Raum ist das als leises Tappen, nicht lauter als das Klappern von Kochtöpfen in der Küche, zu hören. Eine willkommene Lösung für lärmgeplagte Schlagzeugeltern. Ebenso wie die elektronischen Klaviere, die nur vom Übenden im Kopfhörer gehört werden.

Sogar die beiden Rolltreppen in das Kellergeschoss zum Musikmarkt waren an diesem Tag in Betrieb: Digitale Keyboards, Gitarren, Lautsprecher, Verstärker und vieles mehr waren hier zu finden, wie eine große Auswahl mit über 60 Plektren für Gitarristen, sowie die Ärzte "Dr. Boss" und "Dr. Glup" in weißen Kitteln. "Wir haben viele Heilmittel gegen kranke Gitarrensounds" boten sie ihre Mini-Effektgeräte an. Rezeptfrei ist ihre Elektronik, die in kleinen, stabilen Gehäusen auf dem Bühnenboden liegen und per Fußschalter bedient werden.

Meisterliche Handarbeit

eines Geigenbauers


Weit weniger auffällig verhielten sich die rein akustischen Instrumente. Der Klang des knapp 10 000 Euro teuren Kawai-Flügels ging im Keller fast ebenso unter wie die meisterliche Handarbeit des Flensburger Geigenbaumeisters Tonio Menzel, der hier einen kleinen Ausschnitt aus seiner Arbeit zeigte.

Fazit: Der Besuch der Messe lohnte sich. Die Besucher erlebten eine große Vielfalt des Angebots und erhielten kompetente Beratung. Alles bei freiem Eintritt. So konnte man sich einen schnellen Überblick verschaffen, Musik erleben und sich dabei vom Musikvirus anstecken lassen.

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