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Kropp

Zwischen Tradition und Moderne

09. Januar 2013 | 06:35 Uhr | Von Antje Fey-Jensen


Frische für Bäcker und Konditoren: Andreas Benz  und Matthias Retzlaff  füllen die Lager mit rund 12000 Produkten von dort auf, wo sie Qualität zu fairen Preisen bekommen. Foto: Fey-Jensen

Frische für Bäcker und Konditoren: Andreas Benz und Matthias Retzlaff füllen die Lager mit rund 12000 Produkten von dort auf, wo sie Qualität zu fairen Preisen bekommen. Foto: Fey-Jensen

Seit fünf Jahren arbeitet eine Filiale der Bäko-Genossenschaft in Kropp - mit 100 Mitarbeitern zählt sie in der Region zu den größten Arbeitgebern.

Kropp. Neben Laugenbrezeln, knusprigen, süßen Waffeln, Karamell- und Vanillearomen für Eisdielen liegen in den Regalen der Lagerhalle der Bäko unter anderem Milchmixgetränke für die Schulpausen, Sonnenblumenkerne für die Brotmischungen und Hefe für Blechkuchen für die Bäckereien, die beliefert werden. In dieser Kühlkammer herrscht eine Temperatur zwischen vier bis acht Grad Celsius. Noch kälter wird es im Kühlhaus, wo das frische Obst gelagert wird. Hier zeigt das Thermometer minus 24 Grad Celsius an. All diese frischen Produkte wie Äpfel, Erdbeeren, Himbeeren oder Sauerkirschen kommen auf eine Palette, die zum Transport mit Frischhaltefolie umwickelt wird. Anschließend werden die Waren in eines der 20 firmeneigenen Transportfahrzeuge verladen. Die Güter werden direkt an den Kunden ausgeliefert. "Die Bäko besitzt ihren eigenen Fuhrpark und Logistik und beliefert inzwischen auch Geschäfte in Dänemark", beschreibt Einkaufs- und Innendienstleiter Andreas Benz einen Teil des Tagesgeschäftes, während er - wie ein Museumsführer, der mit Begeisterung seine Bilder und Skulpturen präsentiert - durch die Lagerhalle führt, bei einzelnen Zutaten stehen bleibt und ausführlich über deren Qualität und Herkunftsländer spricht. Zudem liefert die Bäko Betriebs- und Hilfsmittel, Heizöl, Strom, Maschinen und Geräte an ihre Kunden.

Die Bäko ist ein genossenschaftliches Unternehmen, das seit mehr als 100 Jahren besteht und stets serviceorientiert seine Kunden beliefert. "Wir haben die gleiche Satzung wie die Raiffeisenbank. In Paragraph 2 der Satzung heißt es: "Zweck der Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder." Geschäftsführer Matthias Retzlaff sagt: "Das Geschäftsmodell strebt zunächst keine Gewinnentwicklung an, sondern eine Kostendeckung und eine Weitergabe der Ware zum Selbstkostenpreis." Denn: "Als große Gemeinschaft erreichen wir mehr für alle - und deshalb sind wir ein Gewinn für unsere Mitglieder." Der Aufsichtsrat besteht aus Bäckern. Zudem sei Bäko ein modernes Unternehmen, das "ständig in moderne Technologien" investiere, erklärt Retzlaff.

Die Bäko bietet auch technischen Kundendienst, Schulungs-, Beratungs- und Finanzierungsberatungen. Die Bestellungen kommen inzwischen auch via Internet und gehen innerhalb von 24 Stunden raus. "Die Bäko ist ein gesundes Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote (59 Prozent)", betont Retzlaff, "dies ist sehr gut für ein Handelsunternehmen." Momentan hat die Bäko einen Jahresumsatz von 54 Millionen Euro; davon 7 Millionen Euro in Dänemark. "Der dänische Markt wird immer größer", berichtet Retzlaff. "Wir haben inzwischen sieben Mitglieder in Dänemark und 200 Kunden, die wir dort beliefern."

Deutschlandweit arbeiten in 35 Filialen ungefähr 3500 Mitarbeiter. Am Standort Kropp, der 2008 eingeweiht wurde, sind derzeit um die 100 Mitarbeiter beschäftigt. Damit gehört die Bäko neben der Bundeswehr und dem Diakoniewerk Kropp zu den größeren Arbeitgebern der Region. Im Frühjahr vorigen Jahres wurde der Erweiterungsbau in Betrieb genommen. "Deshalb werden wir erst einmal nicht weiter expandieren, wenn das Kropper Gewerbegebiet demnächst weiter erschlossen wird", betont Retzlaff.

"Die Menschen, die wir einstellen, kommen meistens aus Kropp und Umgebung. In der Regel bleiben sie 20 bis 30 Jahre bei der Bäko", erzählt Retzlaff. Früher gab es die Standorte Kiel und Flensburg. Es war eine wirtschaftliche Entscheidung, nach Kropp zu gehen. "Die laufenden Kosten sind auf dem Land billiger, und die Nähe zur Autobahn war natürlich wichtig für die Standortfrage", sagt Retzlaff. Zudem gebe es noch einen weiteren Standort in Schleswig-Holstein, nämlich in Oldenburg.

Eigentümer sind über 300 Bäckereien, die sich nach Abzug ihrer eigenen Kosten den Umsatz teilen. "Wir machen uns nicht die Taschen voll, wir erzielen keine Gewinne", unterstreicht Einkaufs- und Innendienstleiter Andreas Benz die genossenschaftliche Idee. "Die Erträge werden regelmäßig ausgeschüttet bis auf einen kleinen Rest, der für die Unkosten verbleibt", betont Retzlaff. "Bei Kündigung wird die Einlage selbstverständlich ausbezahlt". Er blickt auf einen ereignisreichen Tag zurück und schließt die Firmentür hinter sich, die eine große bronzefarbene Brezel ziert.


 
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