FLENSBURGER TAGEBLATT
Weiterführende Schulen
Alles auf einen Blick
Schleswig-flensburg. Grundschule ade, und was kommt nun? Vor dieser Frage stehen in diesen Tagen viele Eltern. Ihre Kinder besuchen die vierte Klasse und werden zum kommenden Schuljahr auf eine weiterführende Schule wechseln. Vielen Eltern bereitet diese Zeit schlaflose Nächte. Was ist gut für mein Kind? Regionalschule? Gemeinschaftsschule? Gymnasium? Und dann kommt für viele Kinder auch noch ein deutlich längerer Schulweg hinzu. Schafft mein Kind das? Angesichts all dieser Fragen macht die Bewegung, die durch politische Beschlüsse in der Schullandschaft herrscht, die Entscheidung nicht leichter. Aus diesem Grund geben wir in der heutigen Ausgabe eine Orientierungshilfe. Auf den Seiten 22 und 23 stellen wir alle weiterführenden Schulen im Einzugsbereich unserer Zeitung vor.
Zeitnah zu den Informationsveranstaltungen, die von den Schulen selbst angeboten werden, finden Eltern auf unseren Sonderseiten Informationen darüber, mit welchem Selbstverständnis den Kindern begegnet wird, welche Schwerpunkte in der Unterrichtsgestaltung gesetzt werden, welche Sprachangebote gemacht werden, wie die Mittagsversorgung und die Nachmittagsangebote organisiert sind und vieles mehr. Gepaart mit Erfahrungen von Eltern und Schülern an den jeweiligen Schulen, einer realistischen Einschätzung von Stärken und Schwächen des eigenen Kindes und natürlich den Eindrücken von den Informationsveranstaltungen sollten die Informationsseiten die Wahl der richtigen Schule deutlich erleichtern.
Den Überblick über die Schullandschaft im Kreis zu behalten, war in den vergangenen Jahren nicht einfach. Die schwarz-rote Koalition führte neben den Gymnasien Gemeinschafts- und Regionalschulen ein, Haupt- und Realschulen wurden über Jahre zu Auslaufmodellen. Zumindest formal blieb das unter der schwarz-gelben Landesregierung auch so, allerdings stimmten immer mehr Eltern "mit den Füßen" zugunsten des von den Koalitionären ungeliebten Gemeinschaftsschul-Modells ab. Dieses wird seit vergangenem Jahr von der Küstenkoalition als alleinige zweite Säule neben die Gymnasien gestellt, so dass es die Regionalschulen sind, die sich in diese Richtung bewegen müssen.
Und auch die gewünschte Trennung von G9- und G8-Abitur-Angeboten zwischen Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sorgt im Kreis für reichlich Bewegung, die in der Debatte um eine weitere Oberstufe im Nordwesten des Kreises Ende 2012 gipfelte. In diesen Tagen sorgen Politiker beider Lager im Kieler Landtag für Aufregung im Hinblick auf die Situation in Satrup. Dort befinden sich einen Gemeinschaftsschule und ein Gymnasium auf einem "Campus". Letzteres bietet sowohl G8 als auch G9 (Y-Modell) an und hat noch immer keine Klarheit darüber, wie sich die Küstenkoalition zu diesem Modell stellen wird. Während Ministerin Wara Wende auf den laufenden Bildungsdialog verweist, sorgten SPD- und SSW-Bildungspolitiker zuletzt für Aufregung, weil sie der Schule dringend empfahlen, sich auf G8 zu beschränken (wir berichteten).
Andere Schulträger umgehen derartige Debatten und schaffen Abiturangebote mithilfe von Berufsbildungszentren. In Kappeln und Süderbrarup sind entsprechende Außenstellen des BBZ Schleswig bereits eingerichtet, in Harrislee wird dies vorbereitet, und auch für weitere Schulstandorte wie Kropp und Tarp sind solche Lösungen im Gespräch.
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