SCHLEI-BOTE
Wiederbelebung der Fahrgastschifffahrt
Renaissance der Dänemark-Fahrten in Eckernförde?
Letztes Ausflugsschiff in Eckernförde: Die "Seebad Borby" fuhr viele Jahre mit Gästen an Bord in der Eckernförder Bucht, bis Heinz und Annemarie Paasch das Schiff im Jahr 2010 nach Flensburg verkauften. Foto: Kühl
Eckernförde. Einst herrschte in Eckernfördes Hafen reger Fährverkehr: Täglich fuhren Schiffe zwischen Eckernförde und dänischen Hafenstädten hin und her, doch nach dem Ende der Butterfahrten mussten auch bald die Ausflugsschiffe ihren Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. Die letzte Fährverbindung nach Dänemark gab es im Jahr 2000. Jetzt ist eine Wiederbelebung im Gespräch.
Ausschlaggeber ist die Kommune auf der dänischen Insel Aerö, die wirtschaftlich stark unter dem Rückgang der Fährverbindungen gelitten hat. Zusammen mit Institutionen wie dem EU-Projekt "Wachstumszentrum" und dem "Maritimen Cluster Norddeutschland" hat sie das Projekt "Ostseerouten" ins Leben gerufen. Es zielt auf die Wiederbelebung der grenzüberschreitenden Fahrgastschifffahrt zwischen Deutschland und Dänemark ab. "Zwar hat es schon ähnliche Initiativen gegeben, jedoch nie in einem strategischen, die gesamte Region umfassenden Ansatz", erklärt Stephan Kleinschmidt, Projektleiter von "Wachstumszentrum". "Sie scheiterten unter anderem an den strengen europäischen Richtlinien zur Ausstattung der Fähren und dem Umstand, dass die Ressourcen der Akteure nicht kombiniert wurden."
Das Ostseerouten-Projekt soll ein umfassendes Liniensystem der Fahrgastschifffahrt zwischen den Gebieten Kleiner Belt, Südfünen, Flensburger Förde, Geltinger Bucht, Schlei und Eckernförder Bucht etablieren. Auf deutscher Seite mit dabei sind die Stadt Flensburg, die Stadtwerke Eckernförde als Hafenbetreiber und der Kreis Schleswig-Flensburg über die Wirtschaftsförderungs und Regionalentwicklungsgesellschaft (Wireg mbh). Partner auf dänischer Seite sind die Kommune Aerö, die Stadt Sønderborg und zwei Tourismusorganisationen im südlichen Dänemark.
Für Eckernfördes Touristik-Chef Stefan Borgmann ist das Projekt eine tolle Sache. "Das Angebot würde Eckernförde touristisch attraktiver machen." 5000 Euro haben die Stadtwerke als Projektpartner bezahlt, um sich an einer Wirtschaftlichkeits- und Bedarfsanalyse zu beteiligen. Gleichzeitig sollen erste Kontakte zu Reedereien und zum Gastgewerbe aufgenommen werden. Die Laufzeit des Projekts ist ab dem 1. März für ein Jahr angesetzt. Von der Analyse ist der weitere Verlauf abhängig. Sollte sich herausstellen, dass ein Fährbetrieb unter der Beteiligung mehrerer Partner wirtschaftlich zu betreiben ist, könnte es bald wieder mit dem Schiff von Eckernförde nach Sønderborg gehen. Wichtig ist, dass die strengen europäischen Richtlinien von den Schiffen erfüllt werden. Das macht entweder die Neuanschaffung von Schiffen notwendig oder erfordert Lösungen, wie vorhandene Schiffe nachgerüstet werden können.
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