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Lidl entschuldigt sich

Hartz-IV-Empfänger erfährt Gerechtigkeit

07. Februar 2012 | 04:50 Uhr | Von ql

Handschlag zur Versöhnung: Lidl-Filialleiter Christoph Schablin (vorne links) bedauerte die unglückliche Behandlung von Hartz-IV-Empfänger Thomas Rudolph (rechts). Neben Schablin wohnten stellvertretend für Lidl auch die Verkaufsleiterin von Schleswig-Holstein, Katharina Pries, und der Verkaufsleiter von Angeln, Daniel Rietz, dem Treffen bei, um zu zeigen, wie wichtig sie derartige Vorfälle nehmen. Foto: Kuhl

Versöhnungstreffen mit Lidl-Spitze in Süderbrarup / Firma bedauert Vorfall um Lebensmittelgutschein / Thomas Rudolph nahm Entschuldigung an

Süderbrarup / Kappeln. Zu einem Versöhnungstermin trafen sich gestern Vormittag Vertreter der Firma Lidl mit Thomas Rudolph. In der Süderbraruper Filiale des Unternehmens hatte man dem Kappelner, der seit Jahresanfang auf Hartz IV angewiesen ist, vorschreiben wollen, welche Waren er mit einem Lebensmittelgutschein erwerben könne. "Ein nicht korrektes Verhalten", wie man seitens des Konzerns mittlerweile eingeräumt hatte (wir berichteten).

Katharina Pries, Lidl-Verkaufsleiterin von Schleswig-Holstein, bedauerte den Vorfall, der auf eine Fehlinformation des Süderbrarupers Filialleiters Christoph Schablin zurückzuführen sei, außerordentlich. Dieser entschuldigte sich ausführlich und per Handschlag bei Rudolph für den Vorgang, an dem er nur mittelbar durch eine Auskunft beteiligt gewesen ist. "Hätten wir beide direkt miteinander zu tun gehabt, wäre das Problem wahrscheinlich gar nicht in die Welt gekommen", wandte er sich an Rudolph. Denn da derartige Vorgänge in seinem Geschäft in Süderbrarup nicht sehr häufig vorkämen, hätte er sich vermutlich noch einmal telefonisch in der Zentrale rückversichert.

Thomas Rudolph nahm die Entschuldigung an und betonte, dass er durch eine Allergie gezwungen sei, beim Einkauf von Lebensmitteln sehr kritisch bei der Auswahl zu sein. Er habe mit seinem Protest auch weniger an die eigene Person gedacht. "Mein Interesse war, dass wieder einmal ein Hauch Gerechtigkeit durch Deutschland weht", sagte der Kappelner.

Deshalb will er auch die beiden Gutscheine zu jeweils 25 Euro, die Lidl als Ausgleich für die Peinlichkeit der Situation überreichte, nicht selbst verwenden, sondern dem Tierheim Weidefeld in Form von Katzenfutter spenden. Das Futter hat Thomas Rudolph nach eigenen Worten bereits erstanden - gleich nach der Entschuldigung durch Christoph Schablin in dessen Filiale.

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