SCHLEI-BOTE
DLRG kritisiert Kommunen
Kappeln. Die Vorsitzende der DLRG Kappeln, Ilona Mende, hat auf der Jahreshauptversammlung des Vereins im Begegnungszentrum (Bez) kritisiert, dass der Stellenwert der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft zu gering ist. Dabei betonte sie, dass die DLRG, im Gegensatz zu den Feuerwehren, in der Verwaltung nicht die nötige Wertschätzung erfährt. Obwohl die DLRG-Wachen an den Stränden notwendig seien, müssten die DLRG-Mitglieder ihre Ausbildung selbst bezahlen, sogar ihre Dienstkleidung. "Stellen Sie sich vor, dass die Feuerwehren ihre Uniformen selbst bezahlen müssten. Was wäre dann los?", fragte Ilona Mende in die Runde der 30 anwesenden Mitglieder. Wie Mende erläuterte, hatte sie 25 Bürgermeister angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Zwei übersandten je 50 Euro, zwei haben eine Förderung abgelehnt, der Rest hat sich überhaupt nicht gemeldet.
Trotz aller Kosten hat die DLRG auch im vergangenen Jahr aktiv wirken können, berichtete der Technische Leiter Gerrit Seeck. Mehrere Anfängerschwimmkurse wurden erfolgreich durchgeführt, dabei haben 21 Kinder das Seepferdchen-Abzeichen erworben. Ferner wurden 18 Bronze-, 11 Silber- und 16 Goldabzeichen abgenommen. Weil der Andrang so groß war, musste sogar ein Aufnahmestopp in den Schwimmgruppen ausgesprochen werden.
In zwei durchgeführten Rettungsschwimmkursen wurde zwei Mal das bronzene, zehn Mal das silberne und drei Mal das goldene Rettungsschwimmabzeichen vergeben. Ferner haben zwei Personen ihr silbernes und eine Person das goldene Rettungsabzeichen verlängert. Auch einen "Bootsführerschein See" hat die DLRG für die Mitglieder ebenso angeboten wie zusätzlich Erste-Hilfe-Kurse. Gerrit Seeck bekräftigte, dass die Ausbildung der Mitglieder intensiviert werden soll.
Für die Wachleiter an den Stränden in Weidefeld und Schönhagen ist Dirk Bohner verantwortlich. Für die Strandwachen wurden 50 Rettungsschwimmer an 72 Wachtagen benötigt. Von den geleisteten Wachstunden hat die DLRG Kappeln rund 70 Prozent, gleich 5040 Stunden, abgedeckt. Im Juni und September wurden die Wachen nur bei Bedarf eingesetzt, im Juli und August an allen Tagen und mit voller Mannschaft.
Und es gab viel zu tun. Vier Mal wurden Kinder gerettet. Dirk Bohner sah die fehlende Aufsicht der Eltern als Grund an, dass die Kinder in Gefahr kamen. In einem Fall wurde ein Mann gerettet und reanimiert, der dann allerdings im Krankenhaus verstarb. In einem anderen Fall wurden in Zusammenarbeit mit der DGzRS drei Personen eines gekenterten Motorbootes geborgen. Der größte Teil der DLRG-Arbeit an den Stränden bestand aus Versorgung von Schnitt- und Schürfverletzungen oder von allergischen Reaktionen, hervorgerufen durch Insektenstiche. Einmal wurde ein Strandbesucher wegen Verdachts auf Schlaganfall dem Rettungsdienst übergeben.
Gegen den Kassenbericht von Norbert Petersen gab es keine Einwände. Rund 6000 Euro für die Rücklage sprachen für sparsames Wirtschaften. Daher wurden Vorstand und Kassenwart einstimmig entlastet.
Wegen der Einbrüche in das Schwimmbad möchte die DLRG auf bargeldlosen Zahlungsverkehr bei den Eintrittsgeldern für das Schwimmbad umstellen. Es wurde schon einmal bei einem Einbruch eine Geldkassette entwendet.
Auch in diesem Jahr wird die DLRG die Strandwache an den Stränden in Weidefeld und Schönhagen übernehmen. Eigens für diesen Zweck wurde eine neue Funkanlage angeschafft. Es soll ein Versuch mit jugendlichen Wachgängern gemacht werden. Künftig soll Jörg Tischbier die Funktion eines Referenten für Öffentlichkeitsarbeit übernehmen.
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