SCHLEI-BOTE
Biolandwirte kämpfen um Fördergelder
Stallbesichtigung auf dem Biolandhof Wipholm: Heike Franzen, Jens Gabriel, Sönke Thiesen, Peer F. Gabriel, Henning Knutzen, Johannes Callsen und Peter Heinrich Petersen (von links). Foto: ft
Sörup. Das Sparpaket der Landesregierung sieht vor, dass die Förderung für ökologisch wirtschaftende Betriebe im Land gestrichen werden soll. Die Biolandwirte im Kreis Schleswig-Flensburg haben daraufhin die Landtagsabgeordneten ihrer Wahlkreise auf verschiedene Höfe eingeladen, um zu zeigen, wie sich die Streichung der Fördergelder auf die Betriebe vor Ort auswirken könnte. Jetzt trafen sich die CDU-Abgeordneten Heike Franzen und Johannes Callsen bei Andrea Gabriel und Peter Heinrich Petersen vom Bioland-Hof Wipholm in Sörup mit 15 Kollegen von anderen Biohöfen.
Im Gespräch mit den Abgeordneten machte Biolandwirt Petersen deutlich, was die Sparmaßnahmen für seinen Betrieb bedeuten würden: "Wir bewirtschaften 69 Hektar Land, das sind jährlich 9000 Euro Ökoförderung", rechnete er vor.
Insgesamt wirtschaften in Schleswig-Holstein rund 520 Betriebe nach Bio-Richtlinien. Von den Fördergeldern, die die Biobauern erhalten, zahlt das Land nur 18 Prozent als Kofinanzierung. Der Rest kommt von der EU und vom Bund. "Durch die Streichung der Ökoförderung würde das Land 1,5 Millionen Euro einsparen, aber gleichzeitig darauf verzichten, dass sechs Millionen Euro ins Land kommen", gab der Gastgeber zu bedenken.
Franzen erläuterte daraufhin die Sparvorgaben der Regierung: "Jedes Jahr müssen 125 Millionen Euro eingespart werden, da wird kein Bereich ausgelassen." Christian Petersen vom Hof Ankersolt konnte das Argument nicht nachvollziehen: "Man muss sich doch fragen, mit welchen Maßnahmen man wirklich nachhaltig spart", sagte er. "Ohne die Förderung wird in Schleswig-Holstein weniger Bioware produziert. Dann werden Verarbeitungsstandorte aus dem Land verlegt."
Lust auf mehr? Den Schlei Boten jetzt
2 Wochen kostenlos testen.






