SCHLEI-BOTE

 

Klare Aussagen statt "Smalltalk"

27. Januar 2012 | 04:40 Uhr | Von ami

Ein Fernglas überreichte Friedrich Wrobel (links) an Bürgermeister Friedrich Bennetreu, damit er die Probleme seiner Gemeinde stets im Auge behalte. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Johannes Callsen (rechts), amüsierte sich. Foto: hamisch

Jahresempfang der Senioren-Union Süderbrarup mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft / Gemeindefusion im Fokus

Süderbrarup. Wenn Friedrich Wrobel, Vorsitzender der Senioren-Union Süderbrarup und Umgebung, zum Jahresempfang ruft, kommen sie alle. Nicht nur die Mitglieder, die auch dieses Mal wieder zahlreich in Hamester’s Restaurant vertreten warten, sondern auch viele Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und der Kirche. Sie ließen es sich nicht nehmen, aus ihrer Sicht die großen und kleinen Dinge ins Gedächtnis zu rufen und zu bewerten. Kein Empfang also des "Smalltalk", sondern der klaren Aussagen.

Zu Beginn erinnerte der Gastgeber, was den CDU-Senioren im vergangenen Jahr an Aktivitäten so alles geboten wurde. Da waren zahlreiche Stammtisch-Veranstaltungen mit Informationen über Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügung, der gemeinsame Ausflug zum Eidersperrwerk und die Mehrtagesfahrt in den Harz.

Ein Heimspiel war der Jahresempfang auch für Johannes Callsen. "Mit Stolz" begrüßten die Gastgeber den CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden, der aus dem eigenen Bezirksverband stammt. Callsen ließ ein weltpolitisch turbulentes Jahr Revue passieren, lobte die Bundeskanzlerin für "ihre politisch richtigen Entscheidungen" und die Politik der Landesregierung für den eingeschlagenen Sparkurs. "Die Weichenstellung der CDU Landtagspolitiker in Kiel bringen der Region das neue Schlei-Klinikum in Schleswig, aber auch den Baubeginn einer neuen Schleibrücke in Lindaunis". In Süderbrarup hätte die Bahnhofstraße ausgebaut werden können, alle Dörfer im Amt erhielten zudem Finanzmittel, um sich an das Breitbandnetz anschließen. Callsen unterstrich das Interesse der Landesregierung an touristischen Impulsen in der Region und kündigte unter anderem an, dass die Angelner Dampfeisenbahn Fördermittel für ihr Marketing bekommen wird.

Wasser in den Wein goss anschließend jedoch Amtsvorsteherin Heike Witt, die die finanzielle Situation des Amtes und die damit verbundene Amtsumlage von 54 Prozent beklagte - die höchste im Kreis. 2013 hofft Heike Witt wieder auf eine Amtsumlage von unter 50 Prozent. Vorausgesetzt, es kommen nicht wieder neue Ausgabenintensive Vorgaben vom Land und Bund auf die Kommunen zu. Die Amtsvorsteherin warnte davor, Mittel im Jugendbereich zu kürzen, bemängelte die hohen bürokratischen Hürden des Bildungspaktes, die dazu führen, dass nur ein Teil der berechtigten Kinder in den Genuss der vorhandenen Mittel kommen. In einer Neuordnung der Schulstandorte sieht Heike Witt kaum Einsparpotenziale, denn wenn die Grundschule in Mohrkirch geschlossen wird, dann werden sich viele Eltern nach Satrup orientieren mit der Folge, dass Schulkosten zu zahlen sind.

Süderbrarups Bürgermeister Friedrich Bennetreu berichtete von den umfangreichen Straßenbauarbeiten im vergangenen Jahr und den nun anstehenden Maßnahmen. Dazu gehört die Schaffung neuer Kindertagesstättenplätze und ein neues Feuerwehr-Einsatzfahrzeug sowie die Neugestaltung des westlichen Bahnhofsgeländes durch die Angelner Dampfeisenbahn.

Nicht nur Positives aus Süderbrarup hatte dagegen Lothar Schröder zu berichten. Durch die langwierigen Straßenarbeiten, so berichtete der Vorsitzende des Wirtschaftskreises, seien "einige Unternehmen in große Schwierigkeiten geraten". Er betonte jedochs die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Bennetreu. Gemeinde und Wirtschaftsverein würden bei der Entwicklung der Region an einem Strang ziehen.

Während Amtsvorsteherin Witt sich nicht zu einer Gemeindefusion äußern wollte, bekannte sich Bennetreu zu neuen kommunalen Strukturen mit der Aufforderung, Emotionen beiseite zu räumen. Auch Lothar Schröder bekannte sich zu einer "Großgemeinde Süderbrarup". Pastor Schnoor meinte zu diesem Thema, dass die Fusion zur Nordkirche ein Vorbild für politische Strukturen sein könne, dabei müsse man auch bereit sein, Pfründe abzugeben. CDU Bezirksvorsitzender Thomas Detlefsen forderte dazu auf, vor einem schwierigen finanziellen Hintergrund gemeinsam die Zukunft zu gestalten: "Die Bürger erwarten Antworten zur Gemeindefusion."


 

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