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Bohrungen in Dänemark

Der Traum von den Ölmillionen platzt

27. Januar 2012 | 03:30 Uhr | Von ih

Der Bauruper Bohrturm wird nun wieder abgebaut. Foto: Archivfoto: Karin Riggelsen

Zu viel Stickstoff ist im Gas an der Fundstelle bei Apenrade in Süddänemark. Die polnischen Ölbohrer beenden deshalb die Arbeit und verschließen die Bohrlöcher.

Baurup. Die polnische "Polish Oil & Gas Company SA" (PGNiG) und der dänische Nordsøfonden, die Anfang Dezember in Baurup bei Apenrade Bohrungen nach Öl- und Gasvorkommnissen begannen, ziehen heute schon wieder ab.

Gas sei zwar reichlich vorhanden, doch leider von einer nicht nutzbaren Qualität, erläuterte Peter Helmer Steen die Entscheidung. "Die Proben, die wir entnommen haben, hatten einen Stickstoffgehalt von 90 Prozent , und das ist für uns einfach nicht attraktiv. Deshalb schließen wir die Bohrung in Baurup", stellte der Direktor bei Nordsøfonden fest.

Chancen von 50:50 ausgerechnet

"Schade", meint dazu teils traurig, teils schmunzelnd Landwirt Mogens Dall, auf dessen Feldern in Baurup gebohrt wurde: "Es war halt einige Wochen lang ein nettes Träumen von einem Ölabenteuer - aber daraus wurde nun nichts. Dafür war es sehr interessant, das alles mitzuverfolgen und - zugegeben - irgendwie kann man es ja gar nicht lassen, sich schon darauf zu freuen, dass auf dem eigenen Grund und Boden Öl gefunden wird. So ist der Mensch nun mal: Manche kaufen sich ein Rubbellos und hoffen, dass es den großen Gewinn bringt."

Eine Fifty-fifty-Chance hatte er sich dabei ausgerechnet, denn so eine Bohrung ist ja nicht mit Kleingeld zu bezahlen, und so dürfte sich die Ölgesellschaft auch schon gute Chancen ausgerechnet haben, im Bauruper Untergrund nutzbare Energiequellen zu finden.

Ein paar Tage, gibt der Landwirt zu, habe er doch gebraucht, um die Enttäuschung zu verdauen, aber - wie ihm seine Frau sagte - gebe es so vieles anderes, worüber man sich freuen könne. "Wir sind alle gesund, und ich darf einen Beruf ausüben, den ich liebe. Und dazu habe ich noch eine sehr interessante Aufgabe für den Landbosyd", so der Bauruper Landwirt, der nebenberuflich Vorsitzender der Landwirtschaftsorganisation ist.

Es bleiben keine sichtbaren Spuren

"Wir werden die Bohrung mit verschiedenen Zementblöcken in verschiedenen Tiefen schließen und schließlich die Fläche so hinterlassen, dass keine sichtbaren Spuren bleiben", kündigt Peter Helmer Steen an. Was dem Untergrund aber erhalten bleibt sind die Rohre, die das Grundwasser vor etwaigen Austritten von Öl oder Gas schützen sollen.

Obwohl das im Bauruper Untergrund gefundene Nitrogen nicht genutzt werden kann, war die Aktion nicht gänzlich vergebens. "Beim Bohren haben wir Erdproben entnommen, die uns sehr detaillierte Informationen zur Geologie bringen können, aber noch auszuwerten sind", so der Direktor.

Kosten: 100 Millionen Kronen

Die vergebliche Suche kommt dabei gar nicht billig: "Alles inklusive - von der ersten seismischen Untersuchung bis einschließlich Abbau - kostet das rund 100 Millionen Kronen", schildert Peter Helmer Steen. Das sind knapp 13,5 Millionen Euro.

Jetzt werden sich Nordsøfonden und PGNiG, die mit jeweils 20 beziehungsweise 80 Prozent an den Bohrungen beteiligt sind, nach anderen Orten umsehen, in denen die Gegebenheiten wie in Baurup optimal waren. "Hier waren die richtigen geologischen Formationen, die Temperatur war richtig, und es war ein passend großes Reservoir vorhanden", so Peter Helmer Steen - aber trotzdem befand sich im Bauruper Untergrund nicht das erhoffte Öl (oder Gas).


 

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