Ein Video und seine Geschichte
Eutin im Netz
Eine Faust, ein Knacken, schwarz
Eutin. Ein Junge verlässt ein Haus. Er läuft durch die Straßen Eutins, die Socken unter den weiten Shorts hochgezogen, er stolpert. Der ist ungeschickt, denkt man. Der Junge hilft einem Kind über die Straße. Der ist nett, denkt man. Es spielt das düster-schöne "The drugs don't work" von The Verve. Was wohl passiert?
Die Bilder werden grau, der Junge geht vorbei an einer Graffiti-Wand, biegt auf den Pausenhof zu seiner Schule ein. Da bricht der Ton weg. Bedrohliche Musik. Drei Typen, die auf den Jungen zukommen. "Geile Jacke hast du da. Gib mal her!". Eine Faust, ein Knacken, schwarz. Die Szenen bekamen die Note Eins.
Im Wahlpflichtkurs Werbung und Kunstgeschichte an der Wilhelm-Wisser-Schule sollten Schüler in Gruppen einen Werbespot gegen Gewalt an Schulen drehen. Nils Bruhse (19) lieferte mit seinen Klassenkameraden die spannenden und erschreckenden Momente eines Jugendlichen, der von anderen abgezogen wird.
Dafür entwarfen Nils Bruhse, der mittlerweile auf die Berufsschule geht, und Ming Bobby Wu, Mirko Cordua, Tim Buchholtz und Jim Paschburg ein Storyboard, besorgten die Requisiten ("wir brauchten eine Brille, die man kaputtmachen konnte"), suchten die Location aus ("Am Weg zur GHS Am Kleinen See ist gesprayt, das passt ganz gut") und verteilten die Rollen (Ming hat mehr Muckis, also war er schonmal ein Schläger").
"Wenn die Schläger auf ihn zukommen, mussten wir anfangen zu lachen"
Dann nahm Nils mit seiner Kamera etwa eine Stunde die Szenen immer wieder auf. "Wir mussten öfter drehen, denn gerade wenn die Schläger auf ihn zukommen, mussten wir oft anfangen zu lachen", berichtet der 19-Jährige. Etwa doppelt so lange brauchten er und seine Mitschüler, um den Film zu schneiden.
"Das hat Spaß gebracht", sagt Nils. Und zwar so viel, dass seine Gruppe aus Spaß noch einen Werbespot für ein Messer, einen Clip über einen Schuh in der Mülltonne und einen Kurz-Horrorfilm drehte.
Für Nils soll die Filmerei kein Hobby bleiben. "Ich möchte ein Praktikum bei der Filmproduktionsfirma Opal machen und dann mal gucken. Ich könnte mir gut vorstellen, zum Beispiel mal beim Schnitt zu arbeiten."





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