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Schüler-Wettbewerb "Lebensweltmeister"
Salomon-Inseln erfolgreich vertreten
Eutin. Salomon-Inseln: Wo liegen die denn? Diese Frage stellten sich fast alle der 27 Schüler in der 7a der Johann-Heinrich-Voß-Schule, als im Herbst 2009 die Auslosung zum bundesweiten Wettbewerb "Lebensweltmeister" erfolgte. Zusammen mit der Heinrich-Heine-Schule aus Heikendorf (Kreis Plön) hatte die Eutiner Klasse dieses Land im Pazifischen Ozean zugeteilt bekommen.
Insgesamt werden bei dem Wettbewerb "Lebensweltmeister" alle 204 Länder, die sich für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika beworben haben, durch Schulteams aus ganz Deutschland vertreten. Das Ziel ist es, dass die Jugendlichen die Lebenswelt anderer Jugendlicher kennen und mit diesen fair umgehen lernen.
In der Praxis bedeutete dies, dass alle Teams zunächst möglichst viel über die Lebensverhältnisse von Gleichaltrigen recherchieren mussten. Diese Aufgabe erwies sich für die Salomon-Inseln als besonders schwierig: "Das ist eines der ärmsten Länder in Ozeanien", weiß Tim Erik Seidensticker. "Aber Fußball spielt für die Menschen dort eine ganz große Rolle." So hatte es die Nationalmannschaft bei der Qualifikation zur Fußball-WM 2006 in Deutschland sogar bis in das Play-Off-Finale gegen Australien geschafft und sich für die Beach-Fußball-WM 2009 qualifiziert.
Dennoch möchte Schülerin Jana Piotrowski nicht gern dorthin reisen: "Es gibt dort Bürgerkriege und es ist nicht sicher auf den Straßen."
Die zahlreichen Ergebnisse der Recherchen galt es dann, kreativ aufzubereiten. Gemeinsam mit den Heikendorfern entschied man sich für den Nachbau einer Playstation-Konsole mit dem Titel "Salomon-Soccer 2010", auf der mit einem LCD-Bildschirm die gesammelten Eindrücke und Texte präsentiert werden. Sogar die Nationalhymne ist auf einer elektronischen Postkarte nach Berührung zu hören.
Doch das war nur der erste Teil des Wettbewerbs. Der andere besteht natürlich aus einem Fußball-Turnier. In der Endabrechung werden die Ergebnisse aus Recherche und sportlichem Wettkampf gleich gewichtet. Am Freitag stand in der Hein-Dahlinger-Halle in Kiel die erste Qualifikationsrunde für die Salomon-Inseln an. Gemeinsam mit sechs anderen Ländern Ozeaniens trat die Spielgemeinschaft aus Eutin und Heikendorf unter anderem gegen Neukaledonien, Samoa und die Fidschi-Inseln an.
Im Modus "Jeder gegen jeden" gab es viele packende und durchweg faire Partien. Die Salomon-Inseln schlugen sich prächtig: vier Siege und zwei Unentschieden bedeuteten Turnierplatz zwei. Nur die Ludwig-Meyn-Schule aus Uetersen sammelte noch mehr Punkte. Das Ergebnis von Eutin und Heikendorf sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass es kein gemeinsames Training der Eutiner und Kieler gegeben habe.
Auch in der Gesamtwertung aus Recherche und Fußball qualifizierten sich die Salomon-Inseln mit dem 2. Platz hinter Neukaledonien. Als drittes Team lösten die Cook-Inseln (Jungmannschule Eckernförde) das Ticket für die nächste Runde. Die wird voraussichtlich Ende April stattfinden. Sollten sich die Salomon-Inseln dort auch noch einmal so gut verkaufen, wartet eine echte WM-Endrunde mit 32 Mannschaften aus ganz Deutschland - oder eben aus der ganzen Welt.
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