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Kesdorf
Windpark wird überplant
Süsel / Kesdorf. Die Süseler Gemeindevertretung ist entschlossen, die Möglichkeiten der Bauleitplanung für die Entwicklung des Windparks in Kesdorf zu nutzen. Einstimmig fiel Montagabend im Bauausschuss der Beschluss, für das Windparkareal ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes einzuleiten.
Zugleich wurde eine Veränderungssperre erlassen. Mit diesem Schritt soll verhindert werden, dass in der Planungszeit vollendete Tatsachen geschaffen werden, die den Planungszielen entgegen stehen.
"Hier ist schon sehr viel Geschirr zerbrochen worden"
In der von großem Zuschauerinteresse begleiteten Tagung - im Sitzungsraum war’s sehr eng - wurde klar, dass die Weiterentwicklung in mehrfacher Hinsicht Konfliktstoff birgt. Da ist zum einen die Furcht von Anwohnern vor einer wachsenden Belastung durch Lärm und Schattenschlag, wenn neue, höhere und vielleicht auch mehr Windräder gebaut werden. Und da ist "Windbauer" Carsten Paulsen, der die Gemeinde im Vorfeld öffentlich angegriffen hat, weil er bei den Planungen angeblich übergangen werde und früher erteilte Zusagen nicht mehr gültig seien. "Hier ist schon sehr viel Geschirr zerbrochen worden, das finde ich schade," leitete der Vorsitzende des Bauausschusses, Klaus Berger (SPD), in das Thema ein, und er kritisierte, dass Paulsen sowohl den Bürgermeister als auch den Bauamtsleiter sowie die Gemeindevertretung insgesamt angegriffen habe. Berger: "Ich weiß nicht, ob das die Art der Diskussion ist, die wir hier in der Gemeinde brauchen."
Carsten Paulsen erneuerte in der Sitzung seine Kritik, dass er über 20.000 Euro Planungskosten in die Erneuerung einer Windanlage gesteckt habe, nach einer anfänglichen Zustimmung der Gemeinde seien ihm aber nur noch "Knüppel zwischen die Beine" geworfen und er sei über neue Planungsziele nicht informiert worden.
"Diese Wäsche werde ich nicht mit Ihnen waschen"
Darauf konterte Bürgermeister Dirk Maas (SPD), dass Paulsen versucht habe, an demokratischen Gremien der Gemeinde vorbei Einfluss zu nehmen. Die Gemeinde habe ein Jahr abgewartet, ob sich die Windmühlenbetreiber in Kesdorf - die Familie Paulsen mit sechs Anlagen und die Aktiengesellschaft Denker & Wulf mit elf Anlagen - über eine Weiterentwicklung der Windparknutzung einigen könnten.
Nachdem nichts geschehen sei, wolle die Gemeinde jetzt die Planung in die Hand nehmen. Dabei setze die Gemeindevertretung auf eine sachliche, öffentliche Diskussion ohne die von Paulsen versuchte Hinterzimmer-Politik. Auf persönliche Vorwürfe Paulsens werde er nicht eingehen: "Diese Wäsche werde ich nicht mit Ihnen waschen."
"Heute werden hier keine Inhalte beschlossen"
Optimal wäre, wenn sich die Windpark-Beteiligten einigen könnten, sagte Maas weiter. Dann könnte der Anspruch, die vorhandene Fläche möglichst optimal zu nutzen und zugleich die Belastung für die Anwohner gering zu halten, erfüllt werden. Möglich sei das, darin seien die Gemeindevertreter bestärkt worden, die an einer Exkursion zu anderen Windparks teilgenommen haben.
Sowohl Annette Neumann (SPD) als auch Gerhard Mews (CDU) bestätigten die Erkenntnis, dass neue Anlagen trotz einer größeren Höhe weniger Belastung für die Menschen im Umfeld bringen können als die in Kesdorf vorhandenen Anlagen der älteren Generation. Und mit diesem Ziel vor Augen werde die Gemeinde auch an einer Änderung des Bebauungsplanes arbeiten.
Bauamtsleiter Bernd Rubelt betonte, dass der Aufstellungsbeschluss der erste Schritt eines Planungsprozesses sei: "Heute werden hier keine Inhalte beschlossen."
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