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Sportliche Zusammenarbeit

Kooperation für die Zukunft

25. Februar 2013 | 00:00 Uhr | Von Marc Dobkowitz


Die Vorsitzenden Mirko Strunge (l.) und Jürgen Fischer mit der Kooperationsvereinbarung vor den ersten Früchten ihrer Arbeit: dem gemeinsamen Zumba-Kurs in Griebel. Foto: Dobkowitz

Die Vorsitzenden Mirko Strunge (l.) und Jürgen Fischer mit der Kooperationsvereinbarung vor den ersten Früchten ihrer Arbeit: dem gemeinsamen Zumba-Kurs in Griebel. Foto: Dobkowitz

Der Griebeler SV und TSV Sagau gehen neue Wege gegen den Mitgliederschwund: Die Sportangebote auf dem Land sollen erhalten werden.

Griebel. Kräfte sinnvoll bündeln - das ist der Hintergrund einer zwischen Griebeler SV und dem Nachbarn TSV Sagau geschlossenen Kooperationsvereinbarung. Ziel ist, die sportliche Zusammenarbeit der Vereine voranzutreiben, Mitglieder zu halten oder neu zu gewinnen und so die Zukunft des Sports auf dem Land zu gewährleisten, formuliert es Mirko Strunge. Der Vorsitzende des TSV Sagau führt die deutlichen Mitgliederzuwächse seines Vereins zu großen Teilen auf die eingegangene Kooperation zurück.

Mit 81 Mitgliedern und ohne eigene Sportstätten fehlten dem Verein vor einem Jahr die Ressourcen, um das sportliche Angebot zu erweitern. Der Weg zu einer Kooperation war bereits in den Vorjahren mit Zukunftskonferenzen des Landessportverbandes geebnet worden. Strunge ging ihn nun konsequent zu Ende und fand in Jürgen Fischer, dem 1. Vorsitzenden des Griebeler SV, einen Partner. Lange schon pflegten die Vereine engen Kontakt.

Mit einem Zumba-Kurs ist erstmals etwas Konkretes daraus geworden. Nach einem Schnupperkurs im Dezember haben sich nun 52 Teilnehmer gefunden. Nicht alle sind Mitglieder in Sagau oder Griebel, aber beide Vereine konnten durch den Kurs neue gewinnen. "Wir haben durch die Kooperation 285 Euro gespart", rechnet Fischer vor. Soviel hätte seinen Verein eine Versicherung für die Nichtmitglieder gekostet. Nun fungiert der TSV Sagau in der Griebeler Halle als Veranstalter, und dessen bestehende Police sichert alles ab. Für die beiden Vorsitzenden steht fest, ein Verein alleine hätte keinen Zumba-Kurs auf die Beine stellen können. Also wären die Interessierten an Kurse in umliegenden Städten "verloren gegangen".

Das sportliche Angebot im ländlichen Raum erhalten und möglichst ausbauen, das ist ein weiteres Ziel der Vereine. Kleine Vereine können nicht jede Sportart anbieten. Manch eine Familie auf dem Land hat das Pech, in mehreren Vereinen Mitglied sein zu müssen, um alle Interessen abzudecken. "Das ist auch eine finanzielle Belastung", so Strunge. Diese wollen Griebeler SV und TSV Sagau entschärfen.

Laut Kooperationsvereinbarung können Mitglieder des einen Vereins auf Antrag Sport im anderen betreiben. Die Vereine zahlen sich dafür einen Ausgleich. Derzeit machen acht Kinder aus Sagau von der Möglichkeit Gebrauch und spielen in Griebel Tischtennis. Für das Antragsverfahren haben sich die Vereine extra entschieden, um ein "Vereinshopping" verhindern zu können. Man wolle sich schließlich keine Mitglieder abwerben. Sollten Mitglieder gezielt in den deutlich günstigeren TSV Sagau wechseln um dann im Rahmen der Kooperation weiterhin in Griebel Sport zu treiben, werde die Zustimmung hierzu verweigert, erklärte Strunge auf der Jahresversammlung seines Vereins. "Alles, was von Verbänden immer abstrakt gepredigt wird, wurde hier hervorragend umgesetzt", sagte der Vorsitzende des Kreissportverbandes Manfred Hoffmann zur Kooperation.

Noch beschränken sportliche Regelwerke eine tiefere Kooperation zwischen den Vereinen. Bei einer Teilnahme an Wettbewerben wird diese bisher nicht anerkannt. Sollten die Sagauer Kinder zukünftig an der Tischtennisplatte um die Meisterschaft kämpfen wollen, werden sie Mitglied im Griebeler SV werden müssen. Wenn auch diese Einschränkung fällt, dürften sich TSV Sagau und Griebeler SV auf einem guten Weg in die Zukunft befinden.


 
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