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Berlin/Kasseedorf

Bundesrat folgt Habeck

02. Februar 2013 | 00:10 Uhr | Von bu/dob


Pro Netzausbau an Ostküste / Einwände aus der SPD

Berlin / Kasseedorf. Der Bundesrat hat sich gestern für einen Ausbau des Hochspannungsnetzes in Ostholstein stark gemacht. Die Länderkammer forderte die Bundesregierung auf, durch eine zügige Prüfung die Aufnahme der sogenannten Ostküstenleitung in den nächsten Netzentwicklungsplan zu ermöglichen.

"Wir brauchen den Netzausbau auch an der Ostküste, und zwar zügig. Schon jetzt werden Windkraftanlagen abgeschaltet. Wichtig ist deshalb, dass die Netzbetreiber mit den Planungen beginnen können und die Planungskosten anerkannt bekommen. Wir können nicht warten, bis 2016 der nächste Bundesbedarfsplan unter Dach und Fach ist", begründete Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) die Initiative Schleswig-Holsteins im Bundesrat.

Habeck hatte sie angekündigt, nachdem die Bundesnetzagentur überraschend Ende November die Projekte zweier 380-kV-Leitungen von Göhl nach Lübeck und Kiel aus der Bedarfsplanung des Bundes gestrichen hatte. Darauf hatte auch der Kreistag in Eutin in einer einmütig verabschiedeten Resolution vom Land schnelles Handeln gefordert, damit für den Ausbau der Windenerge auch die Abnahme gesichert sei.

Für diese Aufgabe ist nach Auffassung der ostholsteinischen SPD-Abgeordneten Bettina Hagedorn und Lars Winter allerdings nicht der Bau einer 380-kV-Leitung notwendig. Das äußerten beide jüngst bei einer Parteiveranstaltung in Kasseedorf.

Die aktuelle Debatte um die 380-kV-Leitung setze nur die Verzögerungstaktik fort, mit der die früher zuständige Netzbetreiberin Eon schon lange den Bau einer unterirdischen 110-kV-Leitung von Göhl nach Lübeck aufgehalten habe. Hagedorn: "Der Bau dieser Trasse ist nach heutigem Stand der Technik machbar und einschließlich Planung innerhalb weniger Jahre umsetzbar."

Lars Winter betonte, dass eine 110-kV-Leitung ausreichend für die Ableitung des Windstroms aus Ostholstein sei. Bisher seien keine Offshore-Parks an Ostholsteins Küste geplant, auch die Nutzung aller Windeignungsflächen würde keine 380-kV-Leitung erfordern. Die Abschaltungen der Windmühlen bewegten sich im Sekunden- oder Minutenbereich, so Winter. Zudem werde vermehrt an Methoden zur Zwischenspeicherung von Windenergie gearbeitet; auch die dezentrale Stromversorgung werde zunehmend lange Leitungswege entbehrlich machen.


 
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