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Malente

Solaranlage wieder auf der Kippe

18. Februar 2010 | 06:00 Uhr | Von Bernd Schröder

Auf diesem Schulgebäude soll die Anlage stehen.

In Malente wird ein Solaprojekt möglicherweise noch gekippt. Es wäre bei einer Senkung der Einspeisevergütung nicht mehr rentabel, meint Bürgermeister Michael Koch.

Die von der Bundesregierung beabsichtigte Kürzung der Einspeisevergütung für Solaranlagen ist zwar noch gar nicht beschlossen: Allein die Diskussion darüber zeigt schon Wirkung - jedenfalls in Malente. "Wir halten die Einrichtung einer Anlage für unwirtschaftlich, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern", erklärte Bürgermeister Michael Koch am Dienstagabend im Planungsausschuss. Damit steht der bereits beschlossene Bau einer 120.000 Euro teuren Solaranlage auf einem Dach der Grundschule wieder in Frage.

Man sei von der politischen Nachricht der beabsichtigten Kürzung überrascht worden, sagte Koch, und Bauamtsleiterin Britta Deubel erklärte, man habe aus der Zeitung erfahren, dass die Einspeisevergütung ab dem ersten April möglicherweise gesenkt werde. Es gebe derzeit keine genauen Zahlen, weder von der Bundesregierung noch von den ostholsteinischen Bundestagsabgeordneten.

"Bauen sie möglichst bald"

"Mit 33 Cent wird das ganze unwirtschaftlich" hatte Bauamtsmitarbeiter Karlheinz Spindler zuvor erläutert. Bislang gebe es noch eine Förderung von 39 Cent pro Kilowattstunde, die ins Stromnetz eingespeist werde. Bei 33 Cent dauere es 25 Jahre, bis sich die Anlage amortisiere, erklärte Spindler. Die Einspeisevergütung wird aber nur für 20 Jahre garantiert.

Bereits Ende August 2009 hatte der Planungsausschuss grünes Licht für die Solaranlage gegeben, die ursprünglich der BUND als Bürger solaranlage bauen wollte. Nach damaligen Berechnungen der Verwaltung hätte sich die Anlage bei einer Vergütung von 43 Cent nach 16 Jahren rentiert. BUND-Vorsitzender Günther Koch zeigte sich damals mit der Entscheidung hochzufrieden, hatte er doch jahrelang für eine solche Anlage gekämpft. In weiser Voraussicht mahnte er aber auch: "Bauen sie möglichst bald."

"Das jetzt umzukippen ohne Vorlage finde ich nicht in Ordnung"

Daraus ist nichts geworden: Erst am 6. April ist Baubeginn für die Dachsanierung, die dem Aufbau der Solaranlage vorausgehen muss, erklärte Spindler. Gebaut werden soll wegen der Solaranlage übrigens extra ein Pultdach, das 11.000 Euro teurer wird als ein Satteldach.

Auf wenig Begeisterung stieß die Nachricht aus der Verwaltung gestern bei den Grünen. Dagmar Nöh-Schüren wollte vor einer Entscheidung über die Zukunft des Projekts erst genaue Informationen: "Das jetzt umzukippen ohne Vorlage finde ich nicht in Ordnung", erklärte sie. Dem schloss sich der Ausschuss an. Eine Entscheidung soll nun in der nächsten Sitzung fallen, die für Montag, 8. März, terminiert ist.


 

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