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Eutiner baute Fontänen in Versailles

11. Februar 2012 | 04:10 Uhr | Von Martin Stolzenau

Bis heute berühmt: Die Wasserspiele von Versailles waren für Mercator eine Herausforderung.

Heute vor 325 Jahren starb Nicolaus Mercator: Der damals berühmte Wissenschaftler wurde als Sohn eines Pfarrers in Eutin geboren

Eutin / Paris. Als berühmtester Sohn der Stadt Eutin gilt gemeinhin Carl Maria von Weber (1786-1826). Fast 170 Jahre vor Weber wurde ein Mann in Eutin geboren, der es als Wissenschaftler zu Weltruhm brachte. Nicolaus Mercator, eigentlich Nicolaus Kauff man, wurde vermutlich 1620 in Eutin geboren und starb (ebenfalls vermutlich) am 12. Februar 1687, also auf den Tag genau heute vor 325 Jahren. Bis heute gibt es die Wasserspiele von Versailles, die Mercator konzipiert hat.

Kauffmans Vater war Diakon in Eutin, als Nicolaus geboren wurde. Nach einigen Jahren wurde der Vater Pfarrer im nahen Oldenburg. Während Nikolaus’ Bruder Martin Theologie studierte und später das Pfarramt in Oldenburg übernahm, widmete sich Nicolaus der Philosophie und vor allem den Naturwissenschaften. Während des Dreißigjährigen Krieges studierte Nicolaus an der Universität Rostock und erlangte 1641 Magisterwürde. Anschließend setzte er seine Studien im niederländischen Leiden fort, das damals eine der fortschrittlichsten Universitäten Europas beherbergte. Es folgten weitere sechs Studienjahre in Rostock, ehe er 1648 nach Kopenhagen ging, wo er mit verschiedenen Veröffentlichungen schlagartig europäisches Aufsehen erregte. Seine Arbeiten umfassen Überlegungen zur Kalenderverbesserung, zur Astronomie, Musiktheorie sowie Trigonometrie und weiterführende Erkenntnisse zur Proportionenlehre in der Mathematik.

Den schon in Rostock begonnenen Gedankenaustausch mit anderen Gelehrten setzte er nun auf einer höheren Ebene fort. Er war nun wer im europäischen Geistesleben. Englische, französische und deutsche Berühmtheiten bis hin zu Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz pflegten den Briefwechsel mit ihm. Dazu gesellten sich lukrative Angebote aus ganz Europa.

Der Norddeutsche, der sich nun Mercator nannte, entschied sich für England, wo er sich mit einer Schrift, die sich mit der neuartigen Bestimmung einer Seekarte beschäftigte, einer ungewöhnlichen Uhrenkonstruktion und Überlegungen zur Nutzung der Pendeluhr auf See einführte. Diese Pendeluhr erlaubte eine genauere Zeitmessung auf See zur Bestimmung des Längengrades. Das alles trug ihm Vorführungen beim König und die Berufung in die Royal Society ein.

Mercator gehörte nun zur Elite der englischen Gelehrtenwelt. Weitere spektakuläre Veröffentlichungen folgten. Das reichte von der Übersetzung sowie Einführung der niederländischen "Algebra" bis zu seiner "Logarithmotechnia", seinem Hauptwerk, das 1667 erschien. Mercator entdeckte nämlich die Reihe für den natürlichen Logarithmus.

Das verblüffte die Fachwelt, sorgte für Bewunderung und bescherte ihm aber aus der wissenschaftlichen Konkurrenz auch einige Neider. Die Schar der Bewunderer reichte bis zu Isaac Newton. Die Front der Mercator-Ablehner wurde von Christian Huygens angeführt, der den Norddeutschen wohl als Konkurrenten ansah.

Im Alter wagte der gefragte Gelehrte nochmals einen Ortswechsel. Jean-Baptiste Colbert, fast allmächtiger französischen Minister, bat ihn darum, in Versailles Wasserspiele zu konstruieren. Es sollte für Mercator eine echte Herausforderung werden. An der Vervollkommnung tüftelte der Naturwissenschaftler bis zuletzt, und er starb darüber am 12. Februar 1687 in Paris. Einige Quellen nennen allerdings auch ein Datum im Januar.

Seither gibt es in Deutschland, Dänemark, England und Frankreich immer wieder Veröffentlichungen, die sich mit Mercator beschäftigen. Das reicht bis zum Biographischen Lexikon für Schleswig-Holstein und Lübeck.


 

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