OSTHOLSTEINER ANZEIGER
Bienenkunde für Kinder mit Kartoffelsack und Müsli
Eutin. Woher kommt eigentlich der Honig, den ich mir morgens auf mein Toast schmiere? Und wie wird er gemacht? Solche Fragen beantworteten Eutiner Imker den Kleinen des Kindergartens "Schneckenhaus". Das Thema war "Speisen und Reisen", die Kinder sollten lernen, woher die Nahrungsmittel kommen, welche Leistungen hinter den Produkten stecken, welche aus der Region kommen und was man alles aus ihnen machen kann.
Zunächst aber packte Imker Oliver Morris nur einen großen Kasten aus Styropor aus. Und was ist das? Neben fragenden Blicken gab ein kleiner Junge tatsächlich die richtige Antwort: Ein Bienenstock. "Es ist schon seltsam, aber freut mich natürlich, wenn ein Fünfjähriger mit einem solchen Fachbegriff kommt", sagte Oliver Morris.
Spielerisch vermittelte er den Kindern Wissenswertes rund um den Honig. Eine Blume aus Holz und eine große Biene mit Stachel, Wackelaugen und einem breiten Lachen auf dem gelben Gesicht zeigten den Zuschauern nicht nur, wie das mit den Bienen und Blumen funktioniert, sondern brachten sie auch zum Lachen.
Was für eine Last die mit Pollen beladenen Bienen tragen, nämlich ein Drittel ihres Körpergewichts, erfuhren die Kinder am eigenen Leib: Sie schleppten Säcke mit Kartoffeln herum. "Mann, sind die Bienen aber stark", wunderte sich ein Kind. Nach der Anstrengung gab es die Belohnung: Zunächst schleckten die Kinder Raps-, Linden- und Akazienhonig, dann bereiteten sie mit Früchten, Haferflocken und Joghurt ein mit Honig gesüßtes Müsli zu.
"Kinder müssen sehen, anfassen und schmecken, erst dann sind Dinge für sie wichtig, und vor allem: dann werden sie behalten. Die Eltern merken es daran, dass die Kinder zu Hause viel von dem erzählen, was sie im Kindergarten erlebt haben", freute sich die Kindergartenleiterin Helga Zettier über die anschauliche Lehrstunde, die die Erzieherin Ute Ezazi organisiert hatte. "Es ist uns wichtig, den Kindern den Wert der Lebensmittel zu vermitteln und die Besonderheiten unser regionalen Produkte näher zu bringen." Die Aktion war Teil des von der Unesco geförderten und von der Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umwelt ins Leben gerufenen Projekts "Leuchtpol", das auf nachhaltiges Lernen setzt.
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