OSTHOLSTEINER ANZEIGER
Wem gehört der Pfau?
Dieter Drunk zeigt den Lieblingsplatz des Pfaus auf dem Holzstoß direkt vor dem Fenster.
Eutin-fissau. Als sie am Donnerstagmorgen aus dem Fenster sah, traute Gisela Drunk ihren Augen kaum: "Direkt davor saß ein großer Vogel auf dem Holzstapel und schaute ins Haus hinein", erzählt die Fissauerin. Rasch habe sie ihren Mann herbeigerufen: "Wir dachten erst, es sei ein Fasan", berichtet Dieter Drunk. Doch als er näher an das Fenster herantrat, verriet ihm das Feder-Krönchen auf dem Kopf des Vogels: Es war ein Pfau.
Der den Drunks anscheidend vorerst treu bleiben wird: Nachdem er zuerst einige Häuser weiter gesichtet worden war, ist das Tier nun schon seit drei Tagen zu Gast im Blessenbarg 22, spaziert ums Haus herum, sitzt auf der Terasse oder auf dem Holzstoß. "Er scheint sich hier recht wohl zu fühlen", meint Dieter Drunk. Seine Frau ist da anderer Ansicht: "Ich glaube eher, dass es ihm nicht so gut geht."
Diese Vermutung macht sie an dem Kot des Vogels fest: "Anfangs war die Losung noch fest, jetzt sind die Hinterlassenschaften ganz flüssig", erzählt Gisela Drunk, was ein Blick auf den Terrassenboden bestätigt.
Eins steht für die Drunks fest: "In unseren Breiten sind das keine Wildtiere. Der muss jemandem gehören." Der Vogel habe eine sehr geringe Fluchtdistanz, bis auf zwei Meter könne man sich ihm nähern. Auffällig sei außerdem, dass der Pfau die Nähe zu Fenstern suche und ins Haus hineinschaue.
"Vielleicht sieht er seine Spiegelung und hält das für einen Artgenossen", vermutet Gisela Drunk. Sie hat bereits im Tierheim angerufen um zu erfahren, ob der Pfau als vermisst gemeldet wurde - Fehlanzeige. Auch zum Ferienhof Damlos gehört das Tier nicht. Bis auf weiteres haben sich die Drunks darauf eingestellt, es dem Pfau auf ihrem Grundstück so angenehm wie möglich zu gestalten. Jeden Tag füllt Gisela Drunk frisches Wasser nach, außerdem hat sie ihm eine Schale mit einer Mischung aus Haferflocken, Obst und Salat hingestellt: "Ich weiß nicht, ob das die richtige Nahrung für ihn ist. Im Tierheim konnten man mir auch nicht sagen, was ein Pfau so frisst."
Angerührt hat der Gast das bereitgestellte Futter bis jetzt noch nicht: "Wir hoffen nicht, dass er uns hier verendet." Wer den Pfau vermisst oder Aufschluss darüber geben kann, woher das Tier stammt, wird gebeten, sich bei den Drunks unter Telefon 04521/4577 zu melden.
Lust auf mehr? Den Ostholsteiner Anzeiger jetzt
2 Wochen kostenlos testen.







