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Kunst-Projekt zur Opernscheune
Bei der Projektpräsentation: Die Wisser-Schüler mit den Künstlern Simon Kühl (3. v. l.), Torsten Pinne und Lehrerin Ingola Tank ( beide rechts außen). Foto: Norden
Eutin. Von zwölf Wisser-Schülern hat nur einer die Opernscheune schon mal von innen gesehen; viele wussten gar nicht, wo sie sich befindet. Erschreckend, fand Lehrerin Ingola Tank, meldete sich beim Projekt "Kunst hoch Schule" der Muthesius Kunsthochschule in Kiel an und organisierte einen Wahlpflichtkurs. Im Mittelpunkte stand die Opernscheune. Die Schüler produzierten drei Audioführer mit fiktiven Geschichten rund um das Kulturobjekt. Gestern präsentierten die Zehntklässler ihre Ergebnisse.
Während einer Projektwoche sollten sich die Schüler mit einem außergewöhnlichen Ort beschäftigen. Schnell war über den Schauplatz abgestimmt: die Opernscheune am Schloßgarten. Zu Beginn der Woche schlug Tank Fotos vor, zu denen sich die Schüler eine Geschichte ausdenken sollten.
Die Lehrerin berichtete: "Die Schüler sagten mir, die Scheune sei eher etwas für alte Leute." Aber das Interesse sei vorhanden gewesen, sich mit etwas bisher Unbekannten zu beschäftigen. Deshalb stand zu Beginn auch Geschichtsunterricht auf dem Plan: "Dass die Bühne früher ein Hühnerstall war, hat mich am meisten erstaunt", sagte Schüler Lennart Hilker. Dieser Hintergrund inspirierte eine Gruppe zur Liebesgeschichte "Chicken Love", in der sich die Tochter des Großherzogs von Oldenburg in einen Hühnerknecht verliebt. Eine Liebesgeschichte dachte sich auch die zweite Gruppe aus. Eine ehemalige Opernsängerin kehrt nach vielen Jahren in die Scheune zurück und schwelgt in Erinnerungen an ihren damaligen Geliebten. In der dritten Hörszene ermittelt ein Privatdetektiv in einem Mordfall.
Lehrerin Tank zeigte sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen: "Die Schüler haben viel Fantasie gezeigt. Ich war überrascht, wie schnell sie mit der Tontechnik umgehen konnten."
Dabei fanden sie Unterstützung in Tontechniker und Klangkünstler Torsten Pinne. Mit ihm griffen die Schüler in die Geräuschekiste. Es wurde an Holz gekratzt, gestampft, gesungen und musiziert. "Meine eigene Stimme klingt aufgenommen viel höher, als ich sie normalerweise höre", berichtete Tabea Landschoff. Simon Kühl, Mitglied der Agentur "StadtRaumZeit" erklärte die Umbaumaßnahmen der Scheune und stimmte die Schüler auf die Atmosphäre des Ortes ein.
Die Audioführer werden demnächst auf der Homepage der Wisser-Schule veröffentlicht. "Dann kann sie sich jeder runterladen und vor Ort die Geschichten nachempfinden", erklärte Tank. Das würde hoffentlich auch das Interesse der Schüler an der Opernscheune steigern.
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