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Klimaschutz: Tempo gefordert
<malente></malente> Das wird knapp: Der Zug steht schon zur Abfahrt bereit, doch Malente hat sich gerade erst entschieden, die Reise überhaupt anzutreten. Das ist, kurz gesagt, die Situation, in der sich die Gemeinde beim Thema Klimaschutz befindet.
Klimaschutz kostet zunächst einmal Geld. Ohne Fördergelder läuft daher nichts für die klamme Kommune. Und hier drängt die Zeit, wie der Leiter der bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein angesiedelten Energieagentur, Hans Eimannsberger, am Donnerstag im Rathaus deutlich machte. Dort waren Planungs- und Umweltausschuss zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengekommen, um über einen Antrag zu beraten, den die CDU-Fraktion eingebracht hatte. Demnach soll Malente einen Energieplan aufstellen, um die vollständige Versorgung des Gemeindegebiets mit erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 zu erreichen.
Bis zum 31. März müsste Malente die Förderanträge beim zuständigen Projektträger eingereicht haben, erklärte Eimannsberger. Danach werde das Antragsfenster möglicherweise bis zum Januar 2013 nicht mehr geöffnet. Der Energieexperte schlug der Gemeinde zwei Klimaschutzteilprojekte vor: erstens eine Untersuchung der 20 öffentlichen Gebäude für 40 000 Euro und zweitens einen Energieleitplan für den Einsatz regenerativer Energien für 20 000 Euro. Die Hälfte der Gesamtkosten von 60 000 Euro müsste die Gemeinde übernehmen.
Die Antragstellung sei zwar "kein Hexenwerk", erklärte Eimannsberger, doch erst als er die Hilfe der Energieagentur bei der Antragstellung in Aussicht stellte, erklärte Bürgermeister Michael Koch: "Mit externer Hilfe würden wir das sicherlich schaffen." Zuvor hatte der Verwaltungschef durchblicken lassen, dass er wohl erst wenige Stunden zuvor mit einem personellen Engpass im Rathaus konfrontiert worden war. Aus eigener Kraft könne die Verwaltung die Frist daher nicht halten.
Ziel der beiden Konzepte ist es, zu ermitteln, wie viel CO2 die Gemeinde in ihren Gebäuden einsparen könnte, welche Maßnahmen noch mehr CO2 einsparen könnten und welche Potenziale Biogas, Holz und Solarenergie böten. Die Teilkonzepte dienen als Grundlage für weitere Schritte. Liegen sie vor, könnte die Gemeinde beispielsweise einen "Energiemanager" einstellen, der für einen Zeitraum von drei Jahren mit bis zu 65 Prozent von der Energieagentur gefördert würde, um die Konzept umzusetzen.
Eimannsberger betonte eindringlich, dass eine Steigerung der Effizienz bei der Energieerzeugung unabdingbar sei. "Es ist deshalb ebenso ineffizient, wenn statt Erdgas oder Heizöl nunmehr Biogas, Biomethan, Holzpellets oder Holzhackschnitzel in Kesselanlagen bei etwa 1000 Grad verbrannt werden, um daraus lediglich 20 Grad Raumtemperatur zu produzieren." Den Effizienzkriterien gerecht würden nur Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung, die also gleichzeitig Strom und Wärme erzeugten.
Nun sollen sich Gemeindeverwaltung und Energie-agentur zusammensetzen, um einen Weg zu erarbeiten, wie Malente noch auf den Klimaschutzzug aufspringen kann. Dann wollen die Ausschüsse endgültig über das Vorhaben entscheiden. Bei der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, 21. Februar, will Koch einen Zwischenbericht über die Bemühungen geben.
Eigentlich hätte Malente allerdings längst im Klimaschutzzug sitzen können. Doch aus finanziellen Gründen hatte die Kommunalpolitik ein bereits im März 2009 beschlossenes Klimaschutzkonzept wieder gekippt. Die Fördermittel sollten damals im Verbund mit Eutin, Süsel, Bosau, Bösdorf und Plön beantragt werden. Die Kosten für Malente sollten bei 136 000 Euro liegen, die mit bis zu 80 Prozent hätten gefördert werden sollen.
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