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Grüne Giraffe für das "Ökohaus"
Eutin. Die Wunschliste für nachhaltiges Wirtschaften ist lang: menschenwürdige Arbeitsbedingungen, faire Löhne, nützliche Produkte, Energie sparen, Rohstoffe schonen. Aber wie, bitte schön, sollen diese Ansprüche zusammengehen mit einer Wirtschaft, in der Profit, und sei es durch Raubbau an Natur und Arbeitskraft, weltweit das Maß aller Dinge ist?
Diese Frage treibt auch Robert Habeck um. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kieler Landtag weiß: Sollte der Höhenflug seiner Partei in den Umfragen sich tatsächlich einmal in Wählerstimmen abbilden, müssen die Grünen konkret werden - nicht mehr als Kritiker, sondern als Mitgestalter von Regierungshandeln.
Was vor allem heißt: Die Grünen müssen politisch eine Linie finden, die wegführt vom Wachstum um jeden Preis, hin zu einer ökologisch wie ökonomisch stimmigen Wirtschaftsweise, die auch noch den Wohlstand der Bürger erhält. Umwelttechnik und erneuerbare Energien allein reichen dafür als Wegweiser nicht aus.
Habeck regt jetzt eine Neubewertung der Messfelder für die Wohlfahrt eines Landes an, wobei auch ehrenamtlicher Einsatz oder die Kosten von Verkehrsunfällen berechnet werden sollen. Und er setzt auf die Innovationskraft des Mittelstandes. "Darauf muss unsere Wirtschaftspolitik eingehen", sagte er gestern in Eutin.
Hier traf der Grünen-Chef Cornelia Frerichs und Katja Helmbrecht, die beide Neues in der Baubranche wagten. Ihr 1989 gegründetes und gemeinsam geführtes "Ökohaus Naturbaustoffe" ist das erste Unternehmen im Land, das mit der "Grünen Giraffe" ausgezeichnet wurde. Das Symboltier steht aus Sicht der Grünen für Weitsicht und Zukunftsorientierung.
Vor 20 Jahren habe sie zu den baubiologischen Pionieren gehört, mittlerweile sei der Handel mit natürlichen Materialien halbwegs etabliert, so Frerichs. Aber im Vergleich zu Baumärkten sei der Umsatz weiterhin marginal. Dafür habe ihr Geschäft treue und von den Produkten überzeugte Kunden. Habeck würdigte das "Ökohaus"-Konzept als beispielhaft.
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