Bürger-Protest gegen das geplante Endlager
Nordfriesland. Rund 2000 Demonstranten aus ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und auch Dänemark säumten am Sonnabend die Bundesstraße 199 von Leck nach Stadum und protestierten friedlich gegen ein geplantes Kohlendioxid-Endlager im Norden Nordfrieslands und dem Nachbar-Kreis Schleswig-Flensburg.
Zu dieser Menschenkette hatten die Regionalgruppen der Bürgerinitiative gegen ein solches unterirdisches Endlager des Konzerns RWE aufgerufen, um ein starkes Signal an die Politiker in Kiel und Berlin zu senden. "Die Natur ist unsere Lebensgrundlage. Wenn wir das alles kaputt machen, ist alles Mist", begründeten Dr. Michael und Dörte Acktun aus Nordhackstedt ihr Kommen. Uta Bergfeld und Guido Brückmann aus Sterup wollten Solidarität bekunden: "Das betrifft auch uns. Wir wollen hier kein Endlager haben. Das ist keine Lösung."
Zeitnah zu den Ergebnissen der Koalitions-Verhandlungen in der Landes- und Bundeshauptstadt wollten die Demonstranten aufzeigen, dass sich die Bürger weiterhin dagegen wehren werden, zur "Müllkippe Europas" zu werden. Der Widerstand nimmt immer noch zu, wie die ständig wachsende Zahl der Mitstreiter in der Bürgerinitiative beweist: "Wir haben fast 4000 Mitglieder. Auch die Zahl der Unterstützer einer Petition gegen das geplante CCS-Technologiegesetz auf Bundesebene steigt an", erklärte Regionalgruppen-Sprecher Wulf Titz. In Schleswig-Holstein haben die Petition inzwischen über 80 000 Menschen unterzeichnet.
Der Protest richtet sich gegen eine falsche Weichenstellung in der Energie-Politik, heißt es von Seiten der Initiative. "Die Verpressung von Kohlendioxid ist allein schon aus Gründen der Verhältnismäßigkeit keine Option für den Klimaschutz. Sie senkt keine Emissionen", sagte Bernhard Rensink, einer der Organisatoren der Menschenkette. Die CCS-Technologie sei keinesfalls in dem Maßstab sinnvoll oder gar erforderlich, wie ihn der Gesetz-Entwurf der Bundesregierung vorsehe: "Die Behauptung, das CCS-Gesetz schützt die Umwelt und dient den Menschen, ist anmaßend!" Nach seinen Worten erwarten die Bürger, dass die neue Landesregierung zu ihrem Wort steht, keine Voruntersuchungen von RWE für ein Endlager zuzulassen und dadurch die dauerhafte Lagerung von Kohlendioxid in Schleswig-Holstein zu verhindern. Mit der Menschenkette sollte der Landesregierung der Rücken gestärkt werden.
Obwohl sich einige Lücken auf dem fünf Kilometer langen Weg auftaten, hinterließ das Engagement der Bürger Eindruck. Mit Plakaten, Fahnen und gelber Kleidung hatten sie die Aufmerksamkeit der zahlreich vorbeifahrenden Autofahrer. Funk und Fernsehen waren ebenfalls zur Stelle. "Wir sehen die Aktion als vollen Erfolg an", sagte Wulf Titz. Menschenkette
gegen das
Endlager
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