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Neues Führungs-Duo verhandelt über Fusion des Bredstedter Bankhauses
Der Interimsvorstand: Markus Steen (links, Vorstandsmitglied) und Rainer Horst (Vorstandsvorsitzender). Foto: mone
Bredstedt. Eigentlich sollte für Markus Steen (60) zum Jahresende der Ruhestand beginnen. Doch nun hat er sich bereit erklärt, bis zum 30. Juni 2012 die Spar- und Leihkasse (Sparleika) zu Bredstedt AG auf neuen Wegen zu begleiten. Genau wie Rainer Horst (57). Als Duo sind sie angetreten, um die Fusionsverhandlungen mit der Sparkasse Mittelholstein AG (Rendsburg) voranzutreiben (wir berichteten).
Rainer Horst und Markus Steen blicken auf langjährige Erfahrungen zurück und haben bereits diverse Zusammenschlüsse von Sparkassen begleitet. Rainer Horst war zuletzt bei der Sparkasse Westholstein (Itzehoe) im Vorstand tätig und Markus Steen Direktor des Unternehmensbereiches "Betrieb" sowie stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Südholstein (Neumünster).
Der ehemalige Vorstand und der Aufsichtsrat des Bredstedter Bankinstituts hatten sich bereits im August getrennt. Ein nicht alltäglicher Schritt, meinte Rainer Horst während eines Pressegesprächs. "Es gab zu unterschiedliche Meinungen - auch bei der Bewertung von Themen." Details wollte er nicht nennen. Nun sind Steen und Horst gefragt.
Die Sparleika sei durch Geschäfte im Bereich der regenerativen Energien "sehr schnell gewachsen". Anstehende Aufgaben hätten schnell bewältigt werden müssen, dies sei aber nicht in dem vorgegebenen Tempo geschehen. Außerdem hat das Institut gute Mitarbeiter verloren, deren Nachbesetzung "schlichtweg nicht gelungen" ist, hielt Rainer Horst in seiner Analyse fest. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung für die 90 Bankmitarbeiter sowie zunehmender gesetzlicher Forderungen habe es nur zwei Möglichkeiten gegeben: kleiner oder größer werden.
Der Aufsichtsrat hat sich für die zweite Variante entschieden und die Sparkasse Mittelholstein als "Wunschpartner" ausgewählt. Einerseits sei es eine Bank mit dem selben Großaktionär (Haspa), andererseits gebe es eine ähnliche Geschäftsphilosophie, erklärte Rainer Horst. Ihm sei klar, dass Ängste seitens der Kunden bestünden. Und genau aus diesem Grund müsse alles dafür getan werden, dass nach der Fusion kein Qualitätsunterschied bei der Kundenbetreuung zu bemerken ist, sind sich die beiden Experten einig. Ihr Ziel: Bredstedt soll so eigenständig wie möglich bleiben.
60 Berater bleiben vor Ort, für die anderen 30 Mitarbeiter müssten Lösungen her, hieß es in dem Gespräch. Entlassen werden soll niemand. "Der eine oder andere Arbeitsplatz wird aller Voraussicht nach in Rendsburg sein. Wir werden mit den Mitarbeitern darüber Gespräche führen, ob und wie das für sie möglich ist."
Der Zusammenschluss der beiden Bank-Institute soll bis Mitte 2012 rechtskräftig sein - wenn die Aktionäre zustimmen. Entstehen würde eine Sparkasse mit rund 400 Mitarbeitern, 22 Geschäftsstellen, mehr als 75 000 Kunden und einer Bilanzsumme von 2,4 Milliarden Euro.
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