NORDFRIESLAND TAGEBLATT

 

Regionalwettbewerb "Jugend musiziert"

Vier Hände, eine Leidenschaft

11. Februar 2012 | 04:50 Uhr | Von Ulrich Jeß

Begabte Schwestern: Chantélle (l.) und Dalia Berkhahn haben mit ihrem Spiel schon viele Preise gewonnen. Foto: ji

Die Schwestern Chantélle und Dalia Berkhahn spielen als Duo am Klavier / Musik liegt bei ihnen in der Familie

Uphusum. Sie gewannen beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" in der Sparte Klavierduo den ersten Preis: Die Schwestern Dalia und Chantélle Berkhahn aus Uphusum, 13 und 15 Jahre alt. Dadurch wurden sie für die Teilnahme am Landeswettbewerb Schleswig-Holstein in Lübeck zugelassen. Anlass zu einem Besuch bei ihrer Familie.

Zur Begrüßung spielen die beiden Mädchen auf dem Konzertflügel ihrer Mutter mehrere kurze Kompositionen. Während ihre fünf Jahre alte Schwester Mia Amelie aufmerksam zuhört, tanzt Bruder Felix (4) vergnügt im Zimmer umher. Ganz Ohr sind auch Mutter Tanja und Vater Jan Berkhahn, obwohl er als E-Bassist mehr dem Heavy Metal zugetan ist. Als einzige Instrumentalistin der musikbeflissenen Familie fehlt Oma Käthe Jürgensen. Mit ihr und/oder Mutter Tanja zusammen sind Dalia und Chantélle im heimatlichen Umfeld schon viele Male öffentlich aufgetreten: zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen, im Klanxbüller Charlottenhof sowie in den Kirchen zu Klixbüll, Braderup und Lindholm.

Um sich technisch fit zu halten und weiterzubilden, üben die Mädchen täglich rund eine Stunde lang. "Nach acht Schulstunden kostet das Üben manchmal etwas Überwindung," gibt Chantélle zu, "aber wenn wir dann dabei sind, macht es auch wieder richtig Spaß." Die beiden Duo-Partnerinnen haben Musik förmlich in den Genen. Sie sind leibliche Töchter des tödlich verunglückten Konzertpianisten Rolandas Gutauskas mit dem Tanja Berkhahn in erster Ehe verheiratet war.

Heute lebt sie ihren Kindern den aktiven Umgang mit Werken der Klassik, Romantik und Moderne bewusst und intensiv vor. Dass dies Früchte trägt, beweisen auch die Erfolge ihrer Töchter beim Wettbewerb "Jugend musiziert". Daran haben sie in den vergangenen Jahren bereits mehrmals teilgenommen, mal als Duo, mal als Solo-Spielerinnen.

Ob es ihnen gelingen wird, sich auch auf Landesebene durchzusetzen, bleibt mit Spannung abzuwarten.

Tanja Berkhahn gibt sich jedenfalls große Mühe, ihre Kinder und Klavierschüler in die "Sprache der klassischen Musik", die in Zeiten der Popmusik nur noch selten "gesprochen" wird, einzuführen. Wenn dies gelingt, wird den Mädchen und Jungen bewusst, wie viel Freude man aus der klassischen Musik beziehen kann, sagt sie.


 

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