NORDFRIESLAND TAGEBLATT
"Mobile Daseinsvorsorge"
Stedesand macht Nägel mit Köpfen
Stedesand. Die Gemeinde Stedesand hat dem Projekt "Mobile Daseinsvorsorge" überraschend schnell Form und Gestalt gegeben. Ab 1. März gibt es im Dorf eine Kontaktperson nach dem Vorbild der früheren Gemeindeschwester, an die sich vor allem ältere Bürger wenden können, wenn sie ein Problem haben.
Bürgermeister Christian Steensen stellte der Gemeinde die Hausfrau und frühere Zahnarzthelferin Margrit Lützen während der gut besuchten Einwohnerversammlung im Knopp vor. Margrit Lützen ist für die Stedesander unter Telefon 04662/3546 erreichen. Sie wird "mobil" tätig sein und erhält das Kilometergeld von der Gemeinde ersetzt. Andere Dienste in der Gemeinde seien nachbarschaftlich organisiert, berichtete Steensen. "Daran wollen wir auch nichts ändern." Von den 860 Einwohnern in der Gemeinde sind etwas 160 ältere Senioren. Zum Thema "Mobile Daseinsvorsorge" hatte Frerk Matthiesen (Büro des Amtsdirektors) informiert und berichtet, dass neun der 30 Kommunen in Südtondern eine für diese Thematik wegweisende Studie in Auftrag gegeben hatten, um zu erfahren, was an Vorsorge vonnöten ist. Der Amtsausschuss hatte sie abgelehnt.
Als weitere Zugnummer der Einwohnerversammlung erwies sich das von einem privaten Investor angeschobene Projekt "Genossenschaftliches Wohnen im Alter" auf dem Grundstück des alten Pastorats. Der Stedesander Frank Richard hatte 2009 das 1791 erbaute Pastorat mitsamt seinem 5 000 Quadratmeter großen Grundstück von der Kirchengemeinde erworben und es saniert und zu einem Servicegebäude umgebaut. Auf dem Grundstück sollen unter Trägerschaft einer noch zu gründenden Genossenschaft vier 57 bis 68 Quadratmeter große Seniorenwohnungen für acht bis neun Personen errichtet werden. Es ist vorgesehen, dass die Bewohner Mitglied der Genossenschaft werden und sich mit einem Eigenkapital von 25 000 bis 50 000 Euro an der Finanzierung der Wohnungen beteiligen und den Kapitaldienst in Form einer monatlichen Warmmiete in Höhe zwischen 320 und 350 Euro bedienen. Der Bau der Wohnungen soll 2012/13 erfolgen. Die Gemeinde schuf mit F- und B-Plan die planungsrechtlichen Voraussetzungen.
Über das Thema Breitbandversorgung informierte Sven Mathiesen vom Amt Südtondern. Er teilte mit, dass die Gemeinde "weit oben" auf der Liste stehe und der Anschluss an das Netz erfolgen könne, wenn 60 Prozent der Haushalte mitmachen würden. Der Anschluss kostet den Haushalt einmalig 99,50 Euro. Die monatliche Gebühr richtet sich nach der vom Benutzer gewünschten Schnelligkeit der Datenübertragung. Für den Fernsehanschluss kommen zwölf Euro monatlich hinzu. Wer sich nicht jetzt, sondern erst später für eine Anschluss entscheidet, muss mit "Anschlusskosten nach Aufwand" rechnen, die bis zu 3000 Euro betragen können. Die Stedesander werden am 7. August noch offiziell über den Anschluss informiert. Vom 14. bis 18. August soll es Gelegenheit zur persönlichen Beratung geben.
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