NORDFRIESLAND TAGEBLATT

 

"Europäische Kulturhauptstadt 2017"

Solidarität mit Sonderburg

23. Februar 2012 | 03:30 Uhr | Von Herbert Müllerchen

Sonderburg kann sich bei der Bewerbung um die Kulturhauptstadt 2017 zumindest der ideellen Unterstützung aus dem Landesteil Schleswig sicher sein. Foto: sh:z

Der nördliche Landesteil Schleswig-Holsteins unterstützt die Bewerbung der dänischen Stadt Sonderburg zur Kulturhaupstadt Europas. Jetzt geht es um finanzielle Zusagen.

Landesteil schleswig. Auf breite Unterstützung auch in Deutschland kann Sonderburg bei der Bewerbung um den Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2017" bauen. Dieses Projekt umfasst nicht nur die dänische 27000-Einwohner-Stadt, sondern grenzüberscheitend die gesamte Region Sønderjylland/Schleswig. Fast 700.000 Menschen leben in dieser Region. Sie umfasst auf dänischer Seite als Partner die Kommunen Sonderburg, Tondern, Hadersleben und Apenrade sowie die Region Syddanmark und auf deutscher Seite die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie die kreisfreie Stadt Flensburg.

Sowohl der Kreis Nordfriesland als auch die Stadt Husum haben ihre ideelle Unterstützung für dieses Projekt bereits angekündigt. "Und diese breit angelegte Unterstützung benötigt Sonderburg auch, denn ohne die Mitwirkung der Kreise und Städte hätte Sonderborg keine Chance", so die Einschätzung der Projekt-Koordinatorin im Kreis Nordfriesland, Johanna Jürgensen. Sie ist sicher: Von der Bewerbung könne die gesamte Region Sønderjylland/Schleswig profitieren.

EU fordert sichtbare deutsche Beteiligung

Während der Kreis Nordfriesland im Mai über eine finanzielle Unterstützung in Höhe von gut 400.000 Euro entscheidet, prüft derzeit die Husumer Stadtverwaltung eine Beteiligung. Denn zwei Kriterien werden von der Jury der EU-Kommission als besonders wichtiger Bestandteil der Bewerbung beurteilt: "Sowohl der grenzüberschreitende Charakter als auch die deutsche Beteiligung müssen deutlich sichtbar sein", so Clemens Teschendorf, Pressesprecher der Stadt Flensburg.

Auch die kulturellen und finanziellen Möglichkeiten will die Jury klar dargestellt wissen. "Für die Stadt Flensburg als Metropole, die ihre ideelle Unterstützung bereits zugesagt hat, ist die kulturelle Vielfalt und das entsprechende Angebot ein wichtiger Bestandteil des Projektes 'Kulturhauptstadt Europa'", so Teschendorf weiter. Der bereits vorhandene Kulturraum sei in Jahrhunderten gewachsen und habe die Region geprägt. "Ich bin mir sicher, dass wir durch dieses Projekt voneinander profitieren werden."

Kreis Schleswig-Flensburg lehnt Finanzhilfe ab

So könnte die Stadt Flensburg beispielsweise als Firmenstandort bekannter und interessanter werden. "Viele Firmen werden bei einer Standortentscheidung auch prüfen, was sie ihren Mitarbeitern kulturell bieten können." Damit hätte das Projekt eine nachhaltige Wirkung über 2017 hinaus.

Auch der Kreis Schleswig-Flensburg hat sich bereits mit der Thematik befasst. "Wir werden uns mit dem, was wir haben, in das Projekt mit einbringen", so Landrat Bogislav-Tessen von Gerlach (parteilos). Dannewerk, Glücksburg und Gottorf wären Kandidaten mit besonderen Angeboten. Doch um klare Zusagen an Sonderburg zu machen, seien noch einige griffige Schwerpunkte zu benennen. "Sonderburg muss jetzt klar definieren, was es will und eine Art Masterplan aufstellen", fordert der Landrat. Eine finanzielle Zusage lehnt von Gerlach nach derzeitigem Stand ab.


 

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