NORDFRIESLAND TAGEBLATT

 

Netzkapazitäten reichen bei Weitem nicht aus

04. September 2010 | 03:00 Uhr | Von hn

Mitglieder der Wählergemeinschaft erkundigten sich über Biogas und Windkraft. Foto: hn

Nordfriesland. Eine Fraktionssitzung zwischen Technik und Kultur unternahm die Fraktion der Wählergemeinschaft Nordfriesland/Die Unabhängigen (WGNF).

Die Mitglieder besichtigten die Biogasanlage in Braderup. Dessen Geschäftsführer Markus Petersen erklärte die 1,8 Millionen Euro teure Anlage, die jährlich rund 14 000 Tonnen Rinder- und Schweinegülle sowie 4600 Tonnen Maissilage in 2,4 Millionen Kilowattstunden Strom und drei Millionen Kilowattstunden Wärme umwandelt. Die WGNF will die energetische Biomassenutzung zur zweiten Säule bei erneuerbaren Energien nach der Windkraft in Nordfriesland ausbauen. "Mit der Nutzung der Biomasse tragen wir zum Klimaschutz bei und machen uns von fossilen Energien sowie von Kernenergie unabhängig", war sich die Fraktionsmitglieder einig.

"Wind kennt keine Grenzen", bemerkte Geschäftsführer Horst Leithoff und wies auf den Windpark zwischen Ellhöft und Lydersholm hin. Dass die Windkraft auch den Tourismus fördert, davon ist die Wählergemeinschaft überzeugt. So gab es auf der Grenzstraße tagelang immer wieder Staus, als die 6-MW-Anlagen aufgebaut wurden. Tausende von Anfragen und Besuchern wurden gezählt. Verärgert äußerte sich Leithoff darüber, dass er die Leistung des Windparks zeitweise um 50 Prozent herunterfahren muss. Und dies, obwohl Wind weht und die Generatoren vernünftige Leistung liefern könnten. Aber, so Leithoff, reichten die Netzkapazitäten nicht aus. Immer wieder komme es zu Abschaltungen von Windparks oder zum Herunterfahren der Leistung.

Einer Mitteilung zu Folge will die WGNF auch das Ellhöfter Projekt "Bentuss" (Bürger, Energie, Natur, Tourismus, Umwelt, Schule, Soziales) unterstützen. Kernpunkte sind dabei die wirtschaftliche Stärkung der Region, der Rückbau vorhandener Anlagen, Energieeinsparung, Schaffung neuer Biotope und Arbeitsplätze sowie der Ausbau nachbarschaftlicher Beziehungen über die Grenze hinweg. Die WGNF will diese Arbeit weiterhin kraftvoll unterstützen, heißt es in einer Mitteilung.

Abschließend machten die Fraktionsmitglieder einen kulturellen Abstecher. Sie besuchten die St. Laurentius-Kirche in Karlum und das Andersen-Haus in Klockries.


 

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