NORDFRIESLAND TAGEBLATT
Südtondern Tafel
Nach Aufbauphase auf gutem Kurs
Arbeiten Hand in Hand: Vorsitzender Klaus Meyer-Lovis und seine Mitstreiterin der ersten Stunde Christine Sawinski. Foto: bee
Niebüll. Die Überraschung stand allen Anwesenden ins Gesicht geschrieben. Nicht, dass sie sich darüber wunderten, dass Klaus Meyer-Lovis in den großen Sitzungssaal des Amtes Südtondern eingeladen hatte. Bei einem "Dankes-Helfertreffen" mag so mancher mit Schnittchen und Kaffee sogar gerechnet haben. Die 45 Ehrenamtlichen waren überrascht, dass sie sich schon seit 100 Tagen zum Wohle Bedürftiger einsetzen.
Meyer-Lovis hatte als Vorsitzender der Südtondern Tafel seine Schäfchen zusammengetrommelt, um Danke zu sagen und eine erste Bilanz zu ziehen. Die Mitte August vergangenen Jahres gegründete Tafel, sei die 50. ihrer Art in Schleswig-Holstein und zugleich die jüngste bundesweit. Die Bedeutung des Vereins mit seinen Ausgabestellen in Leck und Niebüll belegte er mit Zahlen. So werden in Leck izwischen bis zu 80 Personen wöchentlich mit Lebensmitteln versorgt - in Niebüll sind es durchschnittlich 50 Bürger, die das Angebot der Tafel nutzen. "Das sind allein die Personen, die zu uns kommen", so Meyer-Lovis. "Hinter jeder Person steht aber oft eine große Familie für deren täglich Brot wir sorgen."
Insgesamt gibt es in den beiden Orten rund 240 Berechtigte, die nach Vorlage eines Leistungsnachweises, Lebensmittel wie Obst, Brot, Konserven und Süßigkeiten in Empfang nehmen dürfen. Doch bevor es soweit ist, müssen die Waren von Supermärkten und Bäckereien abgeholt, aufbereitet und sortiert werden - in Niebüll seit Mitte November, in Leck seit Anfang Dezember vergangenen Jahres. "Natürlich haben wir in dieser Zeit auch Nackenschläge bekommen", gibt Meyer-Lovis zu. Dennoch seien er und sein Team unermüdlich im Einsatz. Sie spenden ihre private Zeit, um den Gedanken der Tafel in die Region zu tragen.
Mit Blick auf die zahlreichen Gönner und Sponsoren, die die Einrichtung nicht nur ideell, sondern auch finanziell durch Mitgliedsbeiträge und Spenden unterstützen, gab er zu Bedenken, dass größeren Konzerne in Zeiten knapper Mittel und schmaler Budgets künftig weniger Lebensmittel abgeben könnten.
Amtsdirektor Otto Wilke zeigte sich beeindruckt von dem, was die Helfer in 100 Tagen geleistet haben. Er sagte die Unterstützung des Amtes - das überdies Schnittchen und Kaffee für die Helfer sponserte - für Vorhaben der Tafel zu. Wilke verriet, dass darüber nachgedacht werde, ein Fahrzeug zu beschaffen, um es auch Bedürftigen aus den Randbereichen zu ermöglichen, die Ausgabestellen in Leck und Niebüll zu besuchen.
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