NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Mathe-Olympiade: Gold für Jonas Wolter
Glückstadt. Jonas Wolter ist bundesweit der beste Mathematiker der 8. Klassen. Der 14-Jährige holte jetzt bei der Mathematik-Olympiade in Göttingen die Goldmedaille. "Ich war total glücklich, als ich das Ergebnis erfuhr", sagt der Glückstädter.
Der Gymnasiast gehörte zur Schleswig-Holstein-Mannschaft, die mit zwölf Schülern angereist war. Mit dabei war auch Johann Sawatzky (20), ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums. Seit seinem Abitur arbeitet der Glückstädter Freitagnachmittags mit den Schülern des Detlefsengymnasiums in einer Arbeitsgemeinschaft. Und darüber hinaus. "Er schickte mir vor der Mathematik-Olympiade per Mail immer wieder Aufgaben", sagt Jonas. So bereitete er sich zusätzlich vor.
Der 14-Jährige ist dankbar über Johanns Unterstützung und die seines Lehrers Torsten Domrös. Auch er arbeitet in seiner Freizeit mit den Schülern. "Eigentlich treffen wir uns in der Arbeitsgemeinschaft nur für eine Stunde, doch daraus werden manchmal drei", erklärt Jonas.
Er findet das Engagement der Großen so gut, dass er es jetzt selbst weitergibt. Jonas macht mit Grundschülern der vierten Klasse Mathematik sowie mit Kindern der fünften und sechsten Klasse am Gymnasium. "Johann hat mir gesagt: Nur wer es selbst erklären kann, hat es auch verstanden."
Der 14-Jährige hat in den vier Tagen in Göttingen bewiesen, dass er Mathematik kann. Und es war ein großes Erlebnis: Bereits am Anreisetag wurde mit den Schülern der anderen Mannschaften gegrillt und Fußball gespielt. Aus Glückstadt war noch Mathis Först aus der 9. Klasse des Detlefsengymnasiums dabei.
Am nächsten Tag mussten die jungen Schüler schon kurz nach sechs Uhr aufstehen. Nach dem Frühstück schrieben sie viereinhalb Stunden lang die erste Klausur. "Ich war nervös", erzählt Jonas. Und gleich in der ersten Aufgabe hatte er einen "kleinen" Rechenfehler. Er durfte keinen Taschenrechner benutzen, merkte aber bei der Probe, dass er "Plus mit Minus" verwechselt hatte. Die Nervosität ging weg.
Am nächsten Tag wurde die zweite Klausur geschrieben. "Ich konnte die Aufgaben, die Klausur lief aber nicht ganz so gut wie die erste. Bei den Beweisen hatte ich eine kleine Lücke."
Jonas hatte sich für die Mathematik-Olympiade das Ziel gesetzt, mindestens die Hälfte der Aufgaben zu bewältigen. Das es dann so viel besser lief, ließ ihn "lockerer" werden.
Total begeistert war er von dem Rahmenprogramm. Unter anderem hatten die Ausrichter der Olympiade zu einem Mathematik-Spielfeld eingeladen, dort traten die Ländermannschaften gegeneinander an. "Beim Seilhüpfen mussten wir Kopfrechenaufgaben lösen." Es machte viel Spaß.
Begeistert war er von der gesamten Organisation: "Sie haben sich Gedanken gemacht. Während der Klausuren gab es zum Beispiel ein Verpflegungspaket."
Am Abend gab es ein großes Programm mit einem Zauberer und einer Komikergruppe. Der Höhepunkt war um 22.30 Uhr - es gab die Klausuren zurück. "Wir hatten eine halbe Stunde Zeit Einspruch einzulegen", berichtet Jonas. Die Klausuren wurden jeweils von zwei Korrektoren betreut - unter ihnen viele ehemalige "Ex-Mathe-Olympia-Teilnehmer".
Jonas hatte von 40 möglichen Punkten 38. "Ich war total glücklich." Kurz vor Mitternacht rief er als erstes seinen Bruder und seine Eltern an.
Am nächsten Tag gab es die begehrte Goldmedaille aus den Händen des Göttinger Oberbürgermeisters. Und es gab ein Strategiespiel, das eigens für die Jungen und Mädchen der Olympiade entworfen wurde. "Es war aufregend."
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