NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

Kaiser-Karl-Schule Itzehoe

Abschied mit viel Schokolade

16. Juni 2012 | 04:50 Uhr | Von Lars Peter Ehrich


Ab in den Ruhestand: Burkhard Klietz mit Ehefrau Irene und Sohn Christopher sowie von der Schülervertretung geschenktem Porträt.

Ab in den Ruhestand: Burkhard Klietz mit Ehefrau Irene und Sohn Christopher sowie von der Schülervertretung geschenktem Porträt.

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KKS-Leiter Burkhard Klietz wechselt in den Ruhestand / Festliche Veranstaltung in der Schulaula

Itzehoe. An der Kaiser-Karl-Schule war er der Chef. So lautet seine E-Mail-Adresse, so nannten ihn gestern nicht wenige. Jetzt geht der Chef: Burkhard Klietz, gerade 65 Jahre alt geworden, wechselt nach gut zehn Jahren als Schulleiter in den Ruhestand. Mit viel Lob, vielen Geschenken und begleitet von musikalischen Beiträgen der Schüler wurde er in der KKS-Aula verabschiedet.

Den offiziellen Teil mit Übergabe der Entlassungsurkunde übernahm Dr. Kai Niemann von der Schulaufsicht der Gymnasien im Kieler Bildungsministerium. Er würdigte die Beständigkeit des seit langem in Uetersen wohnenden KKS-Leiters ebenso wie seine Welt offenheit. Gerade England liebe Klietz - dort fand er seine Frau Irene. Zudem habe er ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber der Geschichte und viel für Völkerverständigung getan, so Niemann. Gemeint waren Schulpartnerschaften, aber auch Schülerreisen zu historisch bedeutsamen Orten wie Auschwitz. Die Gründe dafür erklärte Klietz später selbst: Es gehe um unmittelbare Begegnungen mit fremden Kulturkreisen oder dem gesellschaftlichen Umfeld. Schule für diese Erfahrungen zu öffnen, die sie selbst nicht bieten könne, sei "wesentlicher Bestandteil modernen Unterrichts" .

Jeder Schüler, jeder Kollege sei Klietz wichtig gewesen, betonte Niemann. Er habe Schule nicht nur als Lernort, sondern als Lebensort gesehen, "wo man sich wohl fühlt und wo man gern ist". Bestes Beispiel: der Neubau mit Mensa, auch bekannt als Klietz’ "Baby". Der Schulleiter habe sich "sehr beharrlich, aber nicht kompromisslos" für die KKS eingesetzt, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. Und er habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Itzehoe ein anerkannter Schulstandort sei. Klietz wiederum freute sich über die Mensa als neues Kommunikationszentrum der Schule, erinnerte aber auch an den "dringend notwendigen" Umbau des Bereiches für Biologie und Chemie. Bereits zwei Tage zuvor hatte er im Schulausschuss den Einbau von Toiletten im Altbau angemahnt.

Viele Kollegen lobten Klietz’ Arbeit: Hans Heinrich Viebrock vom Büsumer Gymnasium für den Arbeitskreis West der Schulleiter, Hans-Walter Thee vom Brunsbütteler Gymnasium, Kerit Christensen-Schultz-Collet für die Itzehoer Schulleiterkonferenz und seine Vertreterin Monika Rohweder, die ihn als überzeugten Pädagogen und "Lehrer mit Leidenschaft" bezeichnete. Frank Hinders vom Elternbeirat schenkte Gartenwerkzeuge - und er war nicht der Einzige, der Klietz’ Ehefrau Irene für die Zukunft die Chefrolle zuschrieb. Für den Ehemaligenverein erinnerte Stephan Quandt an das schwere Erbe, das Klietz nach Klaus Lange angetreten habe. "Ganz toll" habe er das gemacht.

Die Beiträge aus der Schule ließen tief blicken. Der Personalrat charaktisierte Klietz anhand bekannter Abkürzungen. KSK? "Komplett schmerzfreie Kalauer." SSG? "Seelsorgerischer Gutsherr." KKS? "Kaum Kollegen-Schelte." AVS? "Amtszimmer voll Schokolade." Entsprechend viel Süßes gab es zum Abschied. Die Klasse 10e zeigte in Gedichtform den Alltag mit dem Schulleiter auf, die Schülervertreter Kim Lakeit und Nils Lang-Keller schenkten ein Porträt und ein Pop-up-Buch sowie Utensilien für die selbst gemachte Autowäsche. Singend überreichte das Kolle gium Geschenke, neben einem Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem den Orden "Held der Arbeit" - denn Klietz habe "Ossis" an die KKS geholt.

Gern habe er fast 40 Jahre lang unterrichtet in Englisch, Wirtschaft/Politik und Geschichte, sagte Klietz. Der Abschied falle schwer, doch er freue sich darauf "ohne jegliche Form schlechten Gewissens". Er sei nun berechtigt, den Zusatz "a. D." zu führen, zitierte Klietz aus dem Schreiben des Landes. "Ich übe schon mal: Ade!"


 
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