NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

Reise ins "löwenverseuchte" Gebiet

02. April 2011 | 06:27 Uhr | Von Joachim Möller

Carsten Möhle mit einer Dose, die auf den Rastplatz des Kamelreiterverbandes hinweist.

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Im November macht sich der Hohenlockstedter Carsten Möhle in Namibia auf die Suche nach dem letzten Gefechtsfeld des Hottentottenkrieges

Hohenlockstedt. Carsten Möhle geht wieder auf Expeditionstour. Im November will der gebürtige Hohenlockstedter in der Kalahari-Wüste das letzte Schlachtfeld des so genannten Hottentottenkrieges von 1908 finden. Möhle, der in Namibia unter dem Namen "Bwana Tucke Tucke" bekannt ist und dort ein gleichnamiges Reiseunternehmen betreibt, will im November zu dieser Expedition aufbrechen. Über seine Vorbereitungstour Ende 2010 berichtet er Mittwoch, 6. April, auf Einladung der Volkshochschule um 19.30 Uhr in der Mensa des Ganztagsschule.

Carsten Möhle spricht über den "Kgalagadi Transfrontier Friedenspark" im Dreiländereck Namibia-Botswana- Südafrika, in dem schwarzmähnige Kalahari-Löwen, Leoparden und Geparde beheimatet sind. "Irgendwo dort befindet sich auch das letzte Gefechtsfeld des Hottentottenkrieges von 1908", weiß Möhle. Das deutsche Expeditionskorps mit 710 Kamelen und 400 Soldaten unter Hauptmann Friedrich von Erckert besiegte dabei 400 Hottentotten unter Führung von Simon Kopper.

Der Vortrag an der VHS beschreibt unter anderem die Vorbereitung der Expedition. Dabei erforschte ein Team unter Leitung von Carsten Möhle vom 23. November bis 2. Dezember 2010 den Anmarschweg des Kamelreiterkorps. Fast einjährige Kartenstudien, Archivbesuche und Befragung von Landeskundigen gingen dieser Vortour voraus. "Frustrierend war anfangs, dass sich alle verfügbaren Karten widersprachen. Umso wichtiger war der Blick ins Gelände. Es konnten hier bereits die Standorte zweier Heliographenstationen und von zwei Rastplätzen des Kamelreiterverbandes eindeutig durch Dosenfunde und Holzleitern zugeordnet werden." Der Ort des Gefechtsfeldes sei auf 40 Quadratkilometer eingegrenzt worden.

"Die Koper Royal Family, die Nachkommen von Simon Koper, unterstützt unsere Recherchen ausdrücklich", sagt Möhle. Es sei vereinbart worden, 2011 einen Grabstein auf dem Grab von Simon Kopper in Logkwabe im Geiste der Versöhnung aufzustellen.

Im November 2011 wollen die Expeditionsteilnehmer Bereiche im Nationalpark absuchen, "in denen es normalerweise wegen der wilden Tiere strengstens verboten ist, das Fahrzeug zu verlassen. Wir haben dazu eine spezielle Forschungserlaubnis und ein bewaffneter Ranger begleitet uns", sagt Möhle. Bei der Suche bewegten sich die Teilnehmer "im "löwenverseuchten Kalahari Gelände" nur in zweier Teams, lediglich mit Spaten und GPS-Sender ausgerüstet. "Wir streben bei der Absuche festgelegter Suchfelder an, ständig Sichtkontakt zu haben."

Es sei einfach spannend zu Wissen, "dass da noch ein weißer Fleck auf der Karte ist. Es gibt über Wasser heute nicht mehr viele weiße Flecken auf der Welt, die erforscht werden können", sagt der Hohenlockstedter, der die meiste Zeit des Jahre in Namibia lebt, zu seiner Motivation.

Auf Expeditionstour befand sich Möhle allerdings auch schon früher. So wandelte er 100 Jahre auf den Spuren von Paul Graetz, der zwischen 1907 und 1909 als erster Mensch Afrika in einem Auto durchquerte.Vortrag "Botswanas Kalahari - Wo ist Hauptmann Erckert", Mittwoch, 6. April, 19.30 Uhr Mensa Ganztagsschule, Eintritt drei Euro.Weitere Infos: www.bwana,de








 

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