NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

Neue Idee: Werbung für Ochsenschleichweg

29. Oktober 2009 | 04:30 Uhr | Von Ludger Hinz

Mit Logo: Der Vorsitzende des Tourismusvereins Naturpark Aukrug, Gerd Looft-Böttiger, setzt sich für den "Ochsenschleichweg" ein. Foto: Hinz

Der Naturpark Aukrug soll für Urlauber attraktiver werden - geplant ist ein Ochenschleichweg.

Hennstedt. Die Natur per Fahrrad erleben - das können Radler seit einigen Jahren auf dem Ochsenweg in Schleswig-Holstein. Aber Natur erleben, die zwischen der westlichen und der östlichen Ochsenweg-Strecke liegt, das bleibt ihnen dabei verwehrt. Ein Konzept, das die Ochsenwegs-Gäste auch die Schönheiten des Naturparks Aukrug erschließen lässt, hat deshalb der Tourismusverein Naturpark Aukrug erarbeitet.

In Hennstedt stellte der Vereinsvorsitzende Gerd Looft-Böttiger sein Projekt, den "Ochsenschleichweg", den anliegenden Gemeinden aus Steinburg und Rendsburg-Eckernförde vor. Dieses neue Highlight habe sich der Tourismusverein ausgedacht, um auf die Region aufmerksam zu machen und diese für Tagesgäste und für Urlauber attraktiver zu gestalten, betonte der Vorsitzende Looft-Böttiger.

Neben einem Logo, das bereits fertig gestellt ist, bedürfe es weiterer Maßnahmen, so etwa einer Ausschilderung, eines Internetauf trittes, eines Flyers und einer Auftaktveranstaltung wie etwa einem "Tag der offenen Tür".

Dabei bat er vor allem die Gemeinden um ihre Unterstützung. Deren Vertreter hatten zunächst jedoch viele Fragen. Wieso handele es sich um einen Schleichweg? Denn: "Ochsen schleichen nicht." Dies sei, so Gerd Looft-Böttiger, eine elegante Methode, dem offiziellen Ochsenweg eine weitere Strecke hinzuzufügen. Nur ein einziger Weg, so eine weitere Anregung, sei etwas wenig. Stattdessen sollten mehrere Wanderwege als Radwege ausgeschildert werden, um für die Touristen ein Highlight zu schaffen.

Heinrich Bednarz, Bürgermeister von Meezen, mahnte: "Wir müssen Anlaufstellen finden für die Touristen. Die Unterbringung für Pferde und der Verleih sowie die Unterstellung von Fahrrädern muss ermöglicht werden." Wenn das Radwegenetz verdichtet werden soll, so eine weitere Anregung, sollten auch Themenschilder von Gemeinden, Anbietern und Firmen einbezogen werden.

Erik Bornholdt von der Aktivregion Holsteiner Auenland hielt Flyer als Werbemittel für zu teuer, "die fliegen nur herum". Eine Karte im Internet sei dagegen in Ordnung. Und Erik Bornholdt gab zu bedenken: Bei der Finanzierung müssten auch die Folgekosten bedacht werden. Es gebe 10 bis 15 Prozent Schwund durch Zerstörung, Wetter oder Unfälle.

Ein "interessantes Projekt" nannte Jelto Wagner, Betreiber des gleichnamigen Heuhotels im Naturpark Aukrug, den Ochsenschleichweg. In seiner Einrichtung könnten Radfahrer und Reiter Station machen.

Nils Kuhnke, Bürgermeister von Aukrug, fasste zusammen: "Es ist eine schöne Idee und alles in Ordnung, wenn wir nichts bezahlen müssen." Heinrich Bednarz pflichtete ihm bei: "Es ist nicht zu erwarten, dass sich die Gemeinden beteiligen können." Jetzt seien eher Firmen und Betriebe gefragt.

Trotzdem sah Gerd Looft-Böttiger die Veranstaltung als "sehr positiv" an. "Wenn auch die Bürgermeister zurückhaltend sind mit dem Geld, stimmen sie die Planung mit ihren Gremien ab." Über das Geld machte er sich allerdings keine Gedanken: "Es gibt genug Töpfe mit Förderungen, wenn die Richtlinien erfüllt sind."


 

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