NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

Mit Bwana Tucke Tucke zu den Himba-Nomaden

19. Januar 2009 | Von Joachim Möller

Dekorativ weist der Unimog auf den Messestand des gebürtigen Hohenlockstedters hin.

Bild 1 von 3
Neun Monate im Jahr lebt und arbeitet Carsten Möhle in Namibia, von Januar bis März besucht der Hohenlock- stedter Reisemessen und hält Vorträge.

Hohenlockstedt. - Namibia ist seine neue Heimat - doch für drei Monate im Jahr kommt Carsten Möhle immer wieder nach Deutschland. "Um nicht zu verbuschen", wie er sagt. Und die Zeit nutzt der gebürtige Hohenlockstedter, seine Namibia-Touren bei Reisemessen vorzustellen und um Vorträge in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland zu halten. Carsten Möhle, der in Afrika Bwana Tucke Tucke genannt wird, ist auch in seinem Heimatort zu Gast. "Rote Ockernomaden an den Epupa Fällen in Namibia", heißt sein Vortrag, den er Mittwoch 21. Januar, um 19.30 Uhr in der Mensa der Ganztagsschule halten wird.

Dieser Bildervortrag führt in das dünn besiedelte Kaokoveld, dem Lebensraum von ca. 8000 Himba-Nomaden. Durch die abgelegene Lage und Buschkriegsbedingte Zugangskontrollen war das Kaokoveld bis vor 20 Jahren nur schwer erreichbar. Nun kommt rasante Entwicklung in Form von guten Straßen, Handyempfang und Staudamm in die Region. Carsten Möhle erläutert die traditionelle Kultur der Himba, zeigt Schmuck und Haartracht. In seiner kleinen Buschschule hat Carsten Möhle Himba-Haushaltsgegenstände, Ockersteine, Amulette Hochzeitsbekleidung, Kristalle und Teufelskralle mit im Gepäck.

Der Afrika-Virus hat Carsten Möhle früh gepackt. "Afrika ist ein vielseitiger Kontinent mit umwerfend freundlichen Menschen." 1984 reiste er das erste Mal dorthin. "Mit meinem ersten selbstverdienten Geld." Danach zog es ihn jedes Jahr nach Afrika, er unternahm klassische Rundreisen, aber auch Extrem-Touren. "Einmal bin ich in einem selbstgebauten Einbaum den Congo-Fluss hinuntergepaddelt."

Damals hatte er noch eine Karriere als Bundeswehr-Offizier vor sich. Der Hohenlockstedter studierte bei der Bundeswehr Pädagogik, Geschichte und Politik, schloss das Studium als Jahrgangsbester ab. Es folgten verschiedene Bundeswehr-Verwendungen, unter anderem als Kompaniechef. Doch die Aussicht, von seinen "verbliebenen 30 Berufsjahren 20 hinter einem Schreibtisch zu verbringen, reizte ihn nicht. Er verließ den sicheren Arbeitsplatz, absolvierte noch ein Tourismusmanagementstudium und gründete seine Touristik-Firma Bwana Tucke-Tucke. "Bwana heißt auf Swahili Herr und Tucke-Tucke sind die Fahrzeuggeräusche", erklärt er den eigenwilligen Firmennamen.

Die Zeit in Deutschland nutzt der 44-Jährige auch, um verschiedene Reisemessen zu besuchen, sein Unternehmen vorzustellen und potentielle Gäste für Namibia zu begeistern.

Sein Markenzeichen ist dabei ein alter Unimog, mit dem er von Veranstaltung zu Veranstaltung tourt. Auf der Ladefläche findet sein kompletter Messestand - "45 Quadratmeter Afrika" - Platz. Freunde macht er sich mit seinem Fahrzeug vor allem bei Tankstellenbetreiber. "Ein Tankwart klatschte bereits, als ich auf den Hof fuhr", beschreibt Möhle eine der vielen Begegnungen. Kein Wunder, denn sein Fahrzeug verbraucht 34 Liter Superbenzin - einschließlich Bleizusatz - auf 100 Kilometer.

An den Messestandorten kommen dann Fahrzeug und Ladung zur Geltung. Carsten Möhle verlegt Kunstrasen, baut eine Rampe auf und fährt seinen Unimog als Markenzeichen darauf. Dann werden die drei Meter hohen Elefantenstoßzähne aus Styropor aufgerichtet, damit jeder weiß: "Hier ist Afrika." Später werden die Photowände justiert, die Namibiakarten zusammengeschraubt, die Tourenmappen aufgestellt, die Flyer sortiert, die Buschmann- und Himbasachen geruchstechnisch überprüft, das Löwenhaar und die Dioptas-Kristalle griffbereit hingelegt, Elefantenkacke zur besseren Unterscheidung neben Spitzmaulnashorndung drapiert und über alles eine Zebrafelldecke gelegt, um ein schnelles Verdunsten der Buschschule zu verhindern. "In den drei Monaten Januar bis März entscheiden sich ungefähr 70 Prozent der Namibiabuchungen für das Jahr", begründet Bwana Tucke Tucke seinen Einsatz.

Der gebürtige Hohenlockstedter bietet über seine Touristik-Firma sowohl begleitete Touren als auch Selbstfahrerreisen an. Daneben unterstützt er auch Filmteams, die im südlichen Afrika drehen, mit seinem Wissen und seinem Know how.


 

Leserkommentare

 


Lokalausgabe wählen

 
 

SONDERTHEMEN

Hier finden Sie die aktuellen Sonderthemen aus Ihrer Tageszeitung

23.05.

 

21.05.

19.05.

 

Die aktuellen Sonderbeilagen der Tageszeitung

 




Was suchen Sie?

z.B. "Hotel", "Software", "Müller"

Wo suchen Sie?

z.B. "Flensburg" , "Rote Str."

Wen suchen Sie?

z.B. "Hotel", "Software", "Müller"

Wo suchen Sie?

z.B. "Flensburg" , "Rote Str."

 
INSTITUT50PLUS
Lebendig leben...
Angebote für eine aktive Lebensgestaltung
 
HÄUFIG GELESEN

Tödlicher Unfall auf der A7

Die A7 wurde in Höhe Jagel für fünf Stunden Richtung Süden voll gesperrt. In der Nacht war ein ...mehr

 
 


KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ