NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Leben retten mit wenig Aufwand
Gefahr: Bauch- und Beckenschlagader zeigt der Computertomograph stark erweitert - und nach der Operation mit Stents.
Itzehoe. Von außen ist das Problem nicht zu sehen. Doch wenn die Bauchschlagader sich immer mehr erweitert, besteht die Gefahr, dass sie platzt. Die Folge ist starker Blutverlust - oft ist der Patient nicht mehr zu retten.
Dabei könne die Erweiterung meist schon durch eine harmlose Ultraschalluntersuchung erkannt werden, sagt Dr. Jörn Pfeiffenberger, Sektionsleiter für Gefäßchirurgie in der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie am Klinikum Itzehoe. Und dann gebe es die Möglichkeit, mit geringem Aufwand und hoher Erfolgsquote zu operieren. "Ein Routineverfahren" seien dabei nach mehr als drei Jahren der Anwendung die Aortenstentprothesen: Die Bauchschlagader wird von innen mit einer Metallstütze (Aortenstent) so abgedichtet, dass kein Blut mehr in die Erweiterung fließen kann. Nötig seien meist nur zwei kleine Schnitte in der Leistengegend, sagt der zertifizierte Spezialist.
Das gilt nun auch bei einer Erweiterung der inneren Beckenschlagader: Pfeiffenberger hat die ersten speziellen Aortenstents eingesetzt. "Ein sehr komplexes Verfahren", sagt er. "Oftmals kann dadurch dem Patienten eine große offene Operation erspart werden." Umso wichtiger sei das rechtzeitige Erkennen der Erweiterung. In Zukunft ist nach den Worten des Gefäßchirurgen geplant, ein allgemeines Screening und Vorsorgeuntersuchungen wie beim Brustkrebs einzuführen.
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