NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Falsche Stufen bestellt - Tunnel-Eröffnung verschoben
Itzehoe. Es ist einfach der Wurm drin: Nach dem Ärger mit der früheren Baufirma und den Schwierigkeiten durch Altlasten im Boden gibt es jetzt erneut ein Pro blem an der Baustelle zur Bahnquerung in Wellenkamp. Diesmal ist die Fußgängerunterführung betroffen. Eigentlich sollte sie in diesen Tagen frei gegeben werden. Doch die Eröffnung verzögert sich.
"Es hat leider nicht geklappt", bedauert Projektleiter Claus Heideck auf Nachfrage. "Der Tunnel ist eigentlich fertig", sagt er. "Aber es wurden die verkehrten Stufen bestellt." Deshalb sind die Treppen, die in die Unterführung hinein- und hinaus führen, noch nicht vollständig. Eigentlich, so erklärt Heideck, seien Blockstufen vorgesehen - bei dieser Variante ist die komplette Stufe aus einem einzigen Steinblock gefertigt. "Die sind praktisch unverwüstlich und können nicht kaputt gehen", erläutert Heideck.
Doch die für diesen Bereich zuständige Firma habe aus Versehen Platten bestellt. "Sie können sich selbst nicht erklären, wie das passiert ist", sagt Heideck. Fakt ist jedoch, dass die Platten nicht verwendet werden können. Theoretisch könne man sie zwar einbauen und Betonblöcke darüber legen. "Aber das hätte zur Folge, dass die Gewährleistung bis zum Geht-nicht-mehr verlängert werden muss", so Heideck. Deshalb sei man nun auf der Suche nach Alternativ-Anbietern, die schnell die Blockstufen liefern können.
"Wir suchen ganz Deutschland und Europa ab", sagt Claus Heideck. Die falschen Stufen seien aus China gekommen. "Wenn wir wieder dort bestellen würden, würden wir nie fertig - das hat Monate gedauert." Wenn eine europäische Firma die Stufen vorrätig habe, könne jedoch alles ganz schnell gehen und die Unterführung bald eröffnet werden. Wenn nicht, muss ein Provisorium mit Beton- oder Holzstufen eingebaut werden. Nächste Woche wird sich entscheiden, wie es weiter geht und wie lange es dauert.
"Das ist alles sehr misslich", bedauert Heideck. "Aber wir hatten keinen Einfluss darauf. Es war ein Fauxpas des Subunternehmens." Deshalb brauche die Stadt auch keine Mehr kosten zu fürchten. "Wir sind nicht bereit, für einen Fehler mehr zu bezahlen."
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