NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Streunen Katzenfänger durch Burg?
Bei Katzenhaltern in Burg geht die Sorge um. In den vergangenen Wochen sind mindestens zwei Tiere verschwunden. Jetzt hat Anja Rusch eine erschreckende Beobachtung gemacht: "Es war am Dienstag vor einer Woche, Sperrmüll", erinnert sich Rusch. "Als ich abends aus dem Küchenfenster guckte, sah ich vor unser Tür einen Lieferwagen. Der Fahrer hatte sich herausgebeugt und lockte unsere Daisy an." Tochter Julia habe ihre Mutter dann erst darauf aufmerksam gemacht, dass sich hinter dem Fahrzeug eine Frau anschlich. "Guck’ mal, die wollen Daisy fangen", sagte die Zehnjährige. Schnell eilte Anja Rusch an die Tür. Der Lieferwagen war verschwunden - die Katze noch da.
Anders erging es Nachbarin Nicole Lütjens und ihrer fünfjährigen Tochter Anna-Lena. Vor fünf Wochen verschwand der dreijährige Kater Sylvester. "Er kam immer nach Hause. Manchmal saß er abends vor der Verandatür und zeigte, dass er reinkommen wollte. Eines Morgens saß er nicht dort und ließ sich auch im Lauf des Tages nicht blicken. Bis heute ist das schwarze Tier mit weißem Latz und weißen Pfoten nicht wieder aufgetaucht. Und es sollte noch schlimmer kommen: Seit Montag fehlt auch von Rufus jede Spur. Der ebenfalls dreijährige weiße Kater mit schwarzen Flecken ist verschwunden. Die Familie ist traurig. Besonders hart hat es den neunjährigen Sohn getroffen. "Wenn er Albträume hatte, kam der Kater zu ihm und alles war gut", sagt Nicole Lütjens.
Die beiden Frauen sind verunsichert. "Wer macht denn so etwas?" Was mit den Tieren geschehen ist, wollen sie sich gar nicht vorstellen. Zu grausam sind die Geschichten über Tierfänger, die Katzen zu Rheumadecken verarbeiten oder sie für Tierversuche verkaufen.
Anja Rusch hat vergangene Woche die Polizei informiert. Die bestätigte, dass es sich beim Einfangen von Katzen um einen Straftatbestand handele: Diebstahl. Auch versprachen die Beamten, nachts eine Streife zu schicken, mehr könne man nicht tun. Anzeigen oder Meldungen über vermisste Katzen liegen der Polizei in Burg derzeit nicht vor, hieß es gegenüber unserer Zeitung.
Anja Rusch und ihre Kinder Julia, Marie (5) und Moritz haben Glück gehabt. Daisy konnte den vermeintlichen Fängern entkommen, und auch der dreijährige Fritzi ist noch da. Eine Ausgangssperre wurde für die beiden Stubentiger nicht verhängt. "Wir gucken einfach ein bisschen genauer hin", so Rusch. Familie Lütjens bleibt nur der viermonatige Cooper - und der hat aufgrund seines Alters ohnehin noch Ausgehverbot. "Aber vielleicht können wir mit unserem Hinweis für mehr Aufmerksamkeit sorgen", hoffen die beiden Nachbarinnen. Vielmehr, da sind sich Rusch und Lütjens einig, könne man momentan nicht machen.
Leserkommentare
ANZEIGENMÄRKTE
Newsticker Nord
Aus dem Polizeibericht
Meistgelesene Artikel
- Großaufgebot: Alle gegen ein Feuer
- Zeichen für Zivilcourage gegeben
- 10 000 Euro: Rentnerin soll abgezockt werden
- 90 Jahre Speeldeel: Viele Premieren zum Jubiläum
- "Tag der offenen Störschleife"






Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden
Warum muss ich mich anmelden/registrieren?
shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!