NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Politik will Innenstadt beleben
Glückstadt. Die Kremperstraße ist zurzeit ein Sorgenkind. Geschäfte stehen leer, ein ausgebranntes Haus wird zurzeit saniert und es gibt eine große Baulücke. Zudem weiß keiner, was aus "Ihr Platz" wird, ein Geschäft von Schlecker. Die Straße mit ihren Geschäften ist deshalb Thema in der Politik. Dr. Hans-Georg Helm, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, ist "hoch erfreut, dass mit dem Fortuna Teehuus ein attraktives Geschäft in die Große Kremperstraße, der "traditionellen Einkaufsstraße", gezogen ist. "Mit Gerd Achilles haben wir einen Geschäftsmann, der auf Qualitätsprodukte setzt und gleichzeitig das kulturelle Leben in Glückstadt bereichert."
Der CDU-Politiker beobachtet mit großer Sorge die Entwicklung im Einzelhandel. "Wir brauchen eine gesunde Mischung an Geschäften. Nicht nur für Touristen, sondern auch für die Einheimischen." So sieht der 55-Jährige auch "Ihr Platz" als Bestandteil der Nahversorgung. "Es wäre schade, wenn es dort einen Leerstand geben würde."
Der Wirtschaftsausschuss habe das Problem erkannt: "Gemeinsam mit Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch werden wir in diesem Jahr mit dem Thema Innenstadtbelebung beginnen. Glückstadt attraktiver zu gestalten, dass ist unser Ziel."
Das "Fortuna Teehuus" ist jetzt von der Nübelstraße in die Fußgängerzone umgezogen. Geschäftsleute in der Großen Kremperstraße sind begeistert, weil das Teegeschäft eine Bereicherung für den Einzelhandel ist. Im Teehuus gibt es nicht nur Tee und anderes zu kaufen, die Kunden können auch in gemütlicher Atmosphäre diverse Sorten Tee und Kaffee trinken und Kleinigkeiten essen. Zudem werden hochkarätige Künstler und Autoren zu Lesungen erwartet. Teehuus-Kulturbeauftragte Kristine von der Trenck stellt das Programm zusammen. Unter anderem kommt im Mai der bekannte Autor Ralph Giordano zu einer Lesung. Geöffnet ist das Teehuus durchgehend an sieben Tagen. Inhaber Gerd Achilles: "Wir versprechen uns mehr Kundendurchlauf, die Lage ist attraktiver und außerdem mussten wir uns vergrößern."
Eine Baulücke wird bald geschlossen. Das bestätigt der Kieler Architekt Jens Stolley gegenüber unserer Zeitung. Auf dem Areal gegenüber der ehemaligen Post, dem heutigen "Glückwerk", wird demnächst mit dem Bau eines Geschäftshauses begonnen. Unten werden auf 450 Quadratmeter Fläche ein oder zwei Läden entstehen. Darüber - dies sind allerdings nur 140 Quadratmeter - sind Arztpraxen geplant.
Voran geht es auch in dem im vergangenen Juli ausgebrannten Wohn- und Geschäftshaus neben der Eisdiele. Dort wird zurzeit saniert. Hausbesitzer Sait Sinecek hofft, dass die Arbeiten in drei Wochen abgeschlossen sein können. "Wenn das Wetter mitspielt", ist er sich aber nicht sicher, ob die verrußte Fassade bis dahin fertig ist. Bis dahin muss sich auch der Pächter des bereits wieder fertig sanierten Imbisses gedulden. Neben diesem wird es auf der anderen Seite des Hauseinganges wieder ein Geschäft geben.
Die Fenster der danebenliegen Eisdiele sind nur zurzeit zugeklebt, weil die Inhaber ihren traditionellen längeren Winterurlaub machen.
Ein Verkaufsschild steht in dem Geschäftshaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite neben "Ihr Platz". Hausbesitzer Alfred Mantwitz will das insgesamt 120 Quadratmeter große Gebäude mit einem Geschäft unten und einer darüberliegenden Wohnung verkaufen.
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