NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Pastor Sonnenberg in Sude-West verabschiedet
"So voll ist die Kirche sonst nur zu besonderen Festen." Ein sichtlich bewegter Besucher des Gottesdienstes in dem Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum war überrascht. Alle wollten sie dabei sein, um ihren Pastor Andreas Sonnenberg nach fast acht Jahren gebührend zu verabschieden.
Es gab nicht einmal mehr Stehplätze im Eingangsbereich. Alle Augen waren auf den hölzernen Altar gerichtet, wo der 52-Jährige seiner Gemeinde vor dem Weiterziehen nach Heide-Butendiek zum letzten Mal Gottes Segen vermittelte - mit viel positiver Energie, aber auch spürbarer Wehmut. Diese ergriff auch die Redner, die an die gemeinsame Zeit erinnerten: "Schmucke Kirche, Glockenturm, eine neue Bestuhlung, Neueinweihung", waren die Schlagworte von Propst Dr. Thomas Bergemann. Er erwähnte auch Sonnenbergs vergebliches Bemühen um eine Altenheimseelsorge.
"Die Gemeinde weiß wohl, was sie an ihrem Pastor hatte", kommentierte Bergemann den Andrang, bevor er Sonnenberg von seinen Pflichten in Sude-West entband. "Wir vertrauen darauf, dass Gott segnet, was du in seinem Namen getan hast; dass er alles zum Guten wendet, was nicht gelungen ist, und vollendet, was du begonnen hast. Dieses Vertrauen möge dich und uns froh und unverzagt in die Zukunft gehen lassen."
Ganz besonders hob Bergemann zudem den Umbau hervor, der nun Gemeinde und Mehrgenerationenhaus neben- und ineinander existieren lasse. "Davon erwarten wir uns in Zukunft mit der neuen Pastorin Anne Wöckener-Gerber viel", unterstrich der Propst. Die Ehefrau des Heiligenstedtener Pastors Matthias Gerber übernimmt für die nächsten zwölf Monate die Vakanzstelle.
Für Sonnenberg wird der Neuanfang in Dithmarschen eher eine Rückkehr: Er kam 2002 aus Burg nach Sude-West. Er zeigte sich enttäuscht, dass es nicht möglich gewesen sei, ihm auch in Itzehoe eine Vollzeit-Stelle anzubieten.: "Ich wäre gern geblieben."
"Verzicht" war deshalb auch das Thema seiner Predigt. "Wir können auf vieles verzichten, weil wir dadurch Gewinn haben. Doch ist es auch gut, erinnert zu werden, dass wir als Gewinner auch verzichten können", betonte der scheidende Pastor mit dem Wissen, dass Predigten in der Öffentlichkeit als Sonntagsreden oder "blutleer" dargestellt werden. "Meist bleiben die Predigten bei den Hörern folgenlos", sagte Sonnenberg. Denn wer Verzicht fordere, begebe sich in ein gefährliches Gebiet.
Bei einem Empfang im Anschluss an den Gottesdienst verabschiedete sich Sonnenberg noch einmal persönlich von den zahlreichen Gottesdienstbesuchern, zu denen auch die Pastoren aus Itzehoe und den benachbarten Gemeinden gehörten.
Leserkommentare
ANZEIGENMÄRKTE
Newsticker Nord
Aus dem Polizeibericht
Meistgelesene Artikel
- Großaufgebot: Alle gegen ein Feuer
- Zeichen für Zivilcourage gegeben
- 10 000 Euro: Rentnerin soll abgezockt werden
- 90 Jahre Speeldeel: Viele Premieren zum Jubiläum
- "Tag der offenen Störschleife"





