NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

"Unser Burg ist doch so schön"

6. Mai 2010 | 06:15 Uhr | Von Kay Müller


Alte und neue Tourismusfachfrau in Burg: Helga Semmelhack (li.) und Maren Hopmann auf der Tribüne der Freilichtbühne. Foto: Ruff

Wer Helga Semmelhack zuhört, könnte glauben, dass sie im Paradies lebt. "Ich liebe Burg", sagt die 60-Jährige und strahlt über beide Wangen. "Und das muss man auch, wenn man hier was für den Tourismus tun will."

Zwölf Jahre lang war Semmelhack die Touristikfachfrau im Luftkurort, Ende des Monats ist nun Schluss. Ihre Nachfolgerin hat bereits zu Beginn der Woche die Arbeit aufgenommen: Maren Hopmann aus Süderholm. Denn auf einmal war nach langen verzögerungen alles ganz schnell gegangen: "Im Februar habe ich mich beworben, Anfang vergangener Woche wurde ich angerufen, Ende der Woche war das Vorstellungsgespräch, Sonnabend bekam ich die Zusage, seit Sonntag bin ich eingestellt. Das ist alles ganz viel auf einmal", sagt die 29-Jährige, die sich nun erst einmal einarbeiten will. "Ich habe tausend Ideen im Kopf, muss aber auch sehen, was die Menschen hier eigentlich wollen." Maren Hopmann ist in Büsum aufgewachsen, hat im dortigen Tourismusservice ihre Ausbildung absolviert, anschließend in einem Reisebüro in Meldorf gearbeitet. Später half sie im Restaurant ihrer Eltern in Büsum - studierte an der Fachhochschule Westküste Internationales Tourismusmanagement. "Ich möchte noch in diesem Jahr meinen Abschluss machen", sagt Hopmann, die Mutter eines zwei Jahre alten Sohnes ist. Zur eit wohnt sie mit ihrer Familie in Süderholm.

Gestärkt werden soll der Tourismus in Burg durch Hopmann auf jeden Fall, hat sie doch eine volle Stelle, während Semmelhack jahrelang mit einer halben Vorlieb nehmen musste.

Was hat sich der Ära Semmelhack in Burg verändert? "Als ich hier anfing hatten wir eine Zimmervermittlung - mehr nicht", sagt Helga Semmelhack. Mittlerweile ist daraus ein richtiges Tourismusbüro in der Bökelnburghalle geworden. Dazu hat Semmelhack das Ferienprogramm organisiert, den Luftkurort auch über die Grenzen Dithmarschens hinasu bekann gemacht. Und Burg wirbt stärker für sich, trotz eines kleinen Etats, wie Semmelhack sagt. "Mittlerweile kommen Reisegruppen aus Kiel, Flensburg und Hamburg", so die Touristikfachfrau - vor allem Tagesausflügler. Denen bieten die Tourismusexpertinnen am liebsten Pakete an, die Semmelhack wortreich anpreist: "Am besten morgens ins Waldmuseum und auf den Turm, von dem die Aussicht einfach wunderbar ist. Dann in den einzigartigen Wald, anschließend eine zweistündige Ortsführung. Danach in einem der vier Restaurants im Ort Mittagessen. Am Nachmittag eine Tour mit den Kahnschiffern, und nach dem Kaffeetrinken ins Burger Museum - da ist eine runde Sache."

Die Buchungslage in dieser Saison sei in Ordnung. "Aber die Leute schauen mehr aufs Geld", sagt Semmelhack - etwa wenn es um die Kosten fürs Essen geht. "Unser Vorteil ist, dass wir wirklich günstig sind." Für ein Paket, das eine 20-köpfige Gruppe bucht, würden pro Person ohne Essen elf Euro fällig. dazu biete Burg weiter Attraktionen, wie den Klevhang, die Sicht auf den Kanal und das Schwimmbad. Semmelhack: "Burg ist doch ein Traum, ein bisschen wie Klein-Blankenese."

Maren Hopmann will diese Attraktionen auch den Dithmarschern selbst näher bringen. "Manch einer weiß gar nicht wie schön es hier ist", sagt sie. Sie weiß wovon sie spricht: Bis vor ein paar Wochen wusste Hopmann nicht einmal wo Burg genau liegt. Das Touristikbüro ist montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis16 Uhr besetzt und unter Tel.: 04825 / 1444 zu erreichen.

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